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Der Umwelt zuliebe

Die Überwindung des Theismus als Gegenwartsaufgabe

Karl Ballmer (Broschiert, Deutsch)

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Beschreibung
"Man macht es sich heute in der Beurteilung der Anthroposophie bequem. Weil Steiner nicht polemisch gegen den Theismus aufgetreten ist, weil er seine Weltanschauung als 'Theosophie' dargestellt hat, wähnt man, es mit einem Versuche der Konservierung des theistischen Weltbildes zu tun zu haben. Eine oft genug herausfordernd mangelhafte Sachkenntnis der Beurteiler Steiners dient der Stützung dieses Wahnes. Und doch wird eine nicht zu ferne Zukunft begreifen lernen, dass mit dem Auftreten der Anthroposophie die Liquidierung des Theismus in die Endphase eingetreten ist. Vielleicht verwechselt man zu leicht die zeitbedingten Äußerungsformen der Anthroposophie mit dem geistigen Kern des Faktums Steiner. Die drängende Aufgabe der Zeit besteht zwar in der Assimilierung und Verarbeitung, in der Abfindung mit der unerhörtesten Vorstellungsbereicherung, wie sie wohl noch nie von einem Einzelnen bewirkt wurde. Es ist indessen zweierlei: im Genusse dieses Reichtums zu leben, oder sich Gedanken darüber machen, wodurch aus philosophischen Gründen die Erkenntnis- und Weltanschauungsposition der Anthroposophie wahr ist." Dieser Band gibt den Hauptinhalt von Heft 5 der "Rudolf Steiner-Blätter" (1929 in Hamburg von Ballmer herausgegeben) wieder, welches den Titel trug: "Rudolf Steiner und die jüngste Philosophie". Die Auseinandersetzung wird v.a. mit Max Scheler geführt, aber auch mit Dietrich Heinrich Kerler und mit Nicolai Hartmann. Ballmer sieht den "Vortrupp der Philosophie" dort ankommen, von wo Steiner vor einigen Jahrzehnten aufgebrochen ist, nämlich bei der "Wahrnehmung einer nicht neuen Aufgabe: der Liquidierung des Theismus". Insofern rundet dieser Band – nach "Das Ereignis Rudolf Steiner" und der Bejahung des Kultus in "Anthroposophie und Christengemeinschaft" – mit seiner Verneinung der Glaubens an einen extramundanen Weltenlenker diese beiden Bände ab, indem er ihre Begrifflichkeit fortführt.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
01.01.1996
Sprache
Deutsch
EAN
9783930964536
Herausgeber
Edition LGC
Sonderedition
Nein
Autor
Karl Ballmer
Seitenanzahl
125
Auflage
1
Einbandart
Broschiert
Autorenporträt
Karl Ballmer (1891-1958) war ein Schweizer Kunstmaler und philosophischer Schriftsteller. Entscheidend für sein Leben und Werk war die Begegnung mit Rudolf Steiner, dessen unmittelbarer Schüler er einige Jahre lang war. Frustriert von der Dornacher Sektiererei ging er nach Hamburg, um "durch die Erwerbung eines umfassenden Fundus an Wissen auf philosophischem und sonstigen wissenschaftlichen Gebieten mir die zureichenden Grundlagen zu verschaffen für eine absolut selbständige Beurteilung der von Dr. Steiner aufgerollten Erkenntnis- und Wissenschaftsprobleme". Als Mitglied der Hamburgischen Sezession brachte er es auf malerischem Gebiet zu relativ großer Anerkennung, gehörte jedoch zur von den Nazis erfolgreich unterdrückten Generation der "Verlierer der Kunstgeschichte". 1938 flüchtete er ins Tessin. In der äußeren Zurückgezogenheit verfolgte er aufmerksam das politische und geistige Geschehen und entfaltete eine umfangreiche Korrespondenz- und Schreibtätigkeit. Ballmers Hauptanliegen ist das Hindeuten auf das Lebenswerk Rudolf Steiners. Bis heute steht er allein auf weiter Flur in dem Bemühen, dieses Werk in der Einheitlichkeit wahrzunehmen, in der es geschaffen wurde. Das Spätwerk Anthroposophie verwirklicht das Frühwerk; aber das Frühwerk gibt auch eine Lesart der Anthroposophie, die mit allen „theistischen Zwangsträumen“ der „süchtigen Gemüter“ christlicher Provenienz aufräumen muss. So wurde Ballmer für die anthroposophische Bewegung unweigerlich zum Häretiker. Für den unabhängigen Betrachter dagegen ergibt sich die Möglichkeit, den aus historischen Gründen in eine bunte Bilderwelt verpackten Weltanschauungsentwurf „Anthroposophie“ als die radikale Selbstverwirklichung eines modernen Menschen zu entdecken. Siehe auch: www.edition-lgc.de

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