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Gewalt ohne Grund

Marco Gerster (Unbekannter Einband, Deutsch)

Optischer Zustand
Beschreibung
Amokläufe sind Beispiele für vermeintlich »grundlose« Gewaltereignisse, die einen ernsten gesellschaftlichen Erklärungsnotstand hervorrufen. Die Beliebigkeit von Tätern und Opfern, das Fehlen von verständlichen Motiven sowie die Ausführung der Taten als rational geplante Exzesse werden in modernen Wissens- und Risikogesellschaften, in denen nichts ohne letzte Ursache bleiben darf, zur Anomalie.…  Das vorliegende Buch beschäftigt sich aus kultursoziologischer Perspektive mit der gesellschaftlichen Bewältigung von Amokläufen. Es thematisiert die sozialen Mechanismen und narrativen Muster, die aus der »grundlosen« Gewalt Sinn und Bedeutung schöpfen. Die Studie folgt daher einem konstruktivistischen Paradigma. Ihr Ziel ist es nicht, einen Erklärungsversuch zu unternehmen, sondern die Debatte um Amokläufe selbst deutend zu verstehen, um aus den Ergebnissen Erkenntnisse in Bezug auf das Selbstverständnis der Gesellschaft zu gewinnen. Inhaltlich gliedert sich die Arbeit in drei Abschnitte. Aus einer historischen Perspektive wird der Ursprung des archaischen Amoklaufs im südostasiatischen Raum beleuchtet und mit den ersten modernen, als »Amokläufe« beschriebenen Ereignissen in Deutschland und Amerika verglichen. Den theoretischen Zugang bildet die Auseinandersetzung mit Phänomenen des Außerordentlichen: Ereignis und Erzählung, Gewalt und Überschreitung, Risiko und Solidarität. Von besonderer Bedeutung sind die Erkenntnis, dass es bislang wenig systematische Auseinandersetzungen mit dem Problem der Grund- und Sinnlosigkeit in der (Gewalt-)Soziologie gibt sowie Vorschläge, diesem Desiderat kultursoziologisch beizukommen. In der empirischen Analyse wird die printmediale Berichterstattung über die deutschen Amokläufe von Erfurt (2002) und Winnenden (2009) mit den Methoden der qualitativen Inhalts- und Narrationsanalyse untersucht. In den Debatten um rsachen und Motive, Schuld und Verantwortung sowie Sicherheit und Prävention zeigt sich, wie gerade das vermeintlich »Sinnlose« zur Sinnstiftung zwingt und das bedrohliche »Nichts« eine Überfülle an Bedeutung produziert.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
01.11.2016
Sprache
Deutsch
EAN
9783958320970
Herausgeber
Velbrück
Sonderedition
Nein
Autor
Marco Gerster
Seitenanzahl
308
Einbandart
Unbekannter Einband
Buch Untertitel
Über die narrative Bewältigung von Amokläufen
Autorenporträt
Autorenportrait: Marco Gerster studierte Soziologie und Politikwissenschaften an der Universität Konstanz, war dort am Lehrstuhl für Makrosoziologie von 2010 bis 2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und assoziiertes Mitglied am Graduiertenkolleg »Das Reale in der Kultur der Moderne«. 2016 wurde er mit der vorliegenden Arbeit promoviert.
Schlagwörter
Sinn, Soziologie, Amok, Kultursoziologie, Risikosoziologie, Narration, Sinn und Sinnlosigkeit, Gewaltsoziologie, Ereignis
Thema-Inhalt
J - Gesellschaft und Sozialwissenschaften
Höhe
222 mm
Breite
14 cm

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