Am amerikanischen Boxoffice wurde der Standard-Actionkomödie mit Oscar-Gewinner Cuba Gooding Jr. ("Jerry Maguire") und Skeet Ulrich ("Scream") als Buddies-wider-Willen, die eine hochexplosive chemische Waffe vor einem roboterhaften Terroristen und seinen stereotypen Schergen in Sicherheit bringen, ein eher frostiger Empfang beschert. Hierzulande wird sich das Genrepublikum wohl auch erst für die Videoveröffentlichung erwärmen.
Von der Machart her mit "Universal Soldier - Die Rückkehr" zu vergleichen, fehlt es der von Hugh Johnson routiniert, aber ohne erkennbare persönliche Handschrift in Szene gesetzten Stunthatz vor allem an einem etablierten Actionstar, da gleich beide Hauptdarsteller gegen den Strich besetzt wurden. Dabei mag es sich für beide Schauspieler als gute Idee angeboten haben, sich im Action-Metier zu versuchen. Das Konzept der Wettlauf-gegen-die-Zeit-Story, die Elemente des Blockbusters "Speed", "Midnight Run - Fünf Tage bis Mitternacht" und des Klassikers "Lohn der Angst" aufweist, sah auf Papier sicherlich auch sehr vielversprechend aus. Doch Ridley-Scott-Protegé Johnson hat sich bei seiner Inszenierung anscheinend nicht allzuviel von seinem Mentor abgeguckt und kann dessen fulminant-furiosen Actionsequenzen nur in Maßen nacheifern.
Der Prolog beginnt auf einem tropischen Inselatoll, das vom Wissenschaftler Long (David Paymer) beim Experiment mit einer neuen chemischen Waffe namens "Elvis" samt der stationierten Soldaten dem Erdboden gleichgemacht wird. Zehn Jahre später wird Captain Brynner (Peter Firth), dem die Schuld für den Vorfall in die Schuhe geschoben wurde, aus dem Gefängnis entlassen. Er macht sich als Bad Guy auf die Suche nach Long. Neben seinen Rachegelüsten, ist ihm daran gelegen, "Elvis" in seinen Besitz zu bringen und im Internet an die höchstbietende Nation zu verhökern. Der tödlich verwundete Long schafft es noch, die Chemo-Bombe seinem befreundeten Diner-Angestellten Tim (Ulrich) zu übergeben und ihn zu beauftragen, die gefährliche Fracht zum 90 Meilen entfernten Militärstützpunkt zu transportieren. Da "Elvis" eine Temperatur knapp über den Gefrierpunkt nicht überschreiten darf, sonstdetoniert sie, bietet sich der zufällig anwesende Eiskrem-Fahrer Arlo (Gooding Jr.) als perfekter Gefährte an. Und somit ist die Bühne für zahlreiche Verfolgungsepisoden bereitet, da sich Brynner und seine schwarzgekleideten Multikulti-Militia-Mieslinge sogleich an ihre Fersen heften. Goodings und Ulrichs Fortbewegungsmittel umfassen neben dem schepprigen Eislaster, der alsbald seinen Geist aufgibt, ein Alu-Boot, mit dem sie über einen Abhang zum Fluß schliddern, und einen Postwagen. Das obligatorische Gezanke zwischen den unfreiwilligen Kumpels will ebenso wenig zünden wie die formelhaften Actionszenarien, ihre unterkühlte Chemie wird dem frostigen Titel allemal gerecht. Auch ihre Opponenten sind in ihrer Cartoonhaftigkeit nicht überzeugend. Der Spannungsbogen ist mal straff gespannt - es ist nicht einfach, "Elvis" bei Bullenhitze eisgekühlt zu halten - mal zugunsten des Comic Reliefs gelockert - mit dem Ergebnis, daß auch der "Chill Factor" des Publikums kaum angehoben wird. ara.
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