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Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens

Gabriele Reuter (Unbekannter Einband, Deutsch)

4.0 Sterne
aus 1 Produktbewertung
Optischer Zustand
Beschreibung
Gabriele Reuters Roman "Aus guter Familie" (1995), der die heute nahezu vergessene Autorin nach seinem Erscheinen berühmt machte, wurde in der Tagespresse und den Kulturzeitschriften ihrer Zeit vielfach rezensiert, darunter von den führenden Frauenrechtlerinnen des späten 19. Jahrhunderts Helene Lange und Helene Stöcker. Später war der Roman immer wieder Gegenstand literatur- und sozialkritischer Essays – von Thomas Mann, Victor Klemperer oder Sigmund Freud – und fand in die aktuellen Literaturgeschichten Eingang. Neben solchen öffentlichen Rezeptionszeugnissen enthält dieser zweite Band der Studienausgabe auch private Leseeindrücke, zum Beispiel von Oskar Panizza, Arthur Schnitzler und Fanny Gräfin zu Reventlow. Abgedruckt sind weiterhin zahlreiche, zum Teil noch unbekannte Dokumente aus dem Nachlass Gabriele Reuters sowie Auszüge aus ihren eigenen Auskünften zur Entstehung und Resonanz des Romans.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
20.09.2006
Sprache
Deutsch
EAN
9783936134209
Herausgeber
LiteraturWissenschaft.de
Sonderedition
Nein
Autor
Gabriele Reuter
Seitenanzahl
342
Einbandart
Unbekannter Einband
Buch Untertitel
Band II: Dokumente
Autorenporträt
Katja Mellmann ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Philologie der Universität München. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören: Evolutionäre Literaturpsychologie, Frauenliteratur um 1900 und deutsche Metrik. 2006 erscheint ihre emotionspsychologische Studie zur deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts "Emotionalisierung – Von der Nebenstundenpoesie zum Buch als Freund".
Schlagwörter
Frauenliteratur, Bestseller, Edition
Thema-Inhalt
DSB - Literaturwissenschaft, allgemein F - Belletristik und verwandte Gebiete

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4.0
Aus 1 Bewertungen zu Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens
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Ein wiederentdeckter feministischer Klassiker des 19. Jh.
Mirjan S. - Bewertet am 27.07.2024
Zustand: Exzellent
Gabriele Reuters Debütroman "Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens" schildert das Leben der jungen Agathe, die in einer großbürgerlichen Familie aufwächst und an den gesellschaftlichen Erwartungen und Zwängen des Kaiserreichs zerbricht. Gabriele Reuter, 1859 in Alexandria geboren und zu Lebzeiten eine bedeutende deutsche Schriftstellerin, erlangte mit diesem Roman schlagartig Berühmtheit. Ihre Werke setzten sich kritisch mit dem Rollenverständnis der Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft auseinander. Um was geht es? Agathe wächst in einem wohlhabenden, aber konservativen Haushalt auf. Ihre Sehnsucht nach Freiheit und Selbstentfaltung kollidiert ständig mit den Erwartungen der Gesellschaft. Nachdem ihr Bruder ihre Mitgift verspielt, bleibt ihr selbst eine Vernunftehe verwehrt. Verzweifelt und ohne Perspektive wird Agathe schließlich in eine Heilanstalt eingewiesen. Mein Eindruck Der Reclam Verlag hat diesen vergessenen Klassiker wieder ans Licht gebracht, und es ist beeindruckend, wie Gabriele Reuter schon 1895 mutig die gesellschaftlichen Zwänge und die Unterdrückung der Frauen thematisierte. Der Roman bietet einen tiefen Einblick in die damaligen Lebensumstände und zeigt auf, wie sich die Stellung der Frau seitdem verändert hat – auch wenn es noch immer Raum für Verbesserungen gibt. Der Einstieg in das Buch fiel mir zunächst schwer. Ich musste mich erst an die Sprache der Zeit und Agathes rührselige Gedanken sowie ihr devotes Verhalten gewöhnen. Die Figuren, insbesondere die Protagonistin, sind jedoch sehr detailliert und sorgfältig charakterisiert. Besonders Agathes Innenleben wird eindrucksvoll dargestellt, was aus meiner Sicht eine große Stärke des Romans ist. Das Nachwort von Tobias Schwartz enthält viele zusätzliche Informationen über Gabriele Reuter und das Leben im späten 19. Jahrhundert, die ich äußerst interessant und aufschlussreich fand. Der Schreibstil ist für heutige Leser:innen vielleicht etwas ungewohnt, aber dennoch sehr fesselnd. Die dramatische und packende Erzählweise zog mich in ihren Bann, trotz des schon recht aufschlussreichen Klappentextes. Obwohl ich keine enge Verbindung zu Agathe aufbauen konnte, beeindruckte mich die literarische Qualität der Autorin. Die Konflikte, die Agathe innerlich und äußerlich durchlebt, wurden eindringlich und realistisch geschildert. Fazit Insgesamt ist "Aus guter Familie" ein wichtiger Beitrag zur feministischen Literatur und ein zeitloses Werk, das auch heute noch relevante Fragen zu Geschlechterrollen, sozialem Druck und individueller Freiheit aufwirft. Trotz einiger Längen und Schwierigkeiten beim Einstieg hat mich der Roman berührt und zum Nachdenken angeregt. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.
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