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Der Umwelt zuliebe
Beschreibung
Machohafte Action im Zuge feministischer Selbstbefreiung, ein Touch Outlawromantik, zusammengehalten von enger Frauenfreundschaft - alles Bestandteile des systemkritischen Actiondramas um vier junge Afroamerikanerinnen, die sich mit Banküberfallen den Weg aus der sozialen Sackgasse erkaufen wollen. Nicht von ungefähr also räsoniert der für zehn Mio. Dollar realisierte Folgefilm des 27-jährigen Regisseurs F. Gary Gray (debütierte mit der Hood-Komödie "Friday") mit Versatzstücken aus "Waiting To Exhale", "Boyz N The Hood", "Thelma & Louise" und einer Reihe von Bankraub-Klassikern wie etwa "Bonnie und Clyde" und "Butch Cassidy and Sundance Kid".
Das Originaldrehbuch wurde von der "House Party 3"-Autorin Takashi Bufford als Exploitationfilm um vier gemeingefährliche Ghetto-Girls konzipiert, doch die ausgefeilte Skriptkosmetik von Kate Lanier ("Tina - What's Love Got To Do With It") verlieh der Story mehr kommerzielle Substanz, indem sie die Protagonistinnen mit verständlichen Motivationen für ihre Flucht ins Verbrechen insgesamt sympathischer skizzierte. Das knarrenschwingende Kleeblatt wird von vier mehr oder weniger bekannten schwarzen Aktricen porträtiert, deren Darstellungen von ordentlich (Newcomerin Kimberly Elise überspielt ihren Part als Mimose vom Dienst), sehr gut (Jada Pinkett aus "Der verrückte Professor" und Vivica A. Fox aus "ID4") und im Falle von Rapperin und Sitcomstar Queen Latifah geradezu königlich reicht. Sie mimt ihren Charakter Cleo - eine knallharte Lesbe, die es mit den härtesten der Jungs aufnehmen kann und dennoch liebenswert geblieben ist, mit dermaßen charismatischer Leinwandpräsenz, daß ihre Mitstreiterinnen es nicht leicht haben, mit ihr mitzuhalten. Pinkett indes hat als schnuckelige Stony die größte Rolle, da sie mit einem weltgewandten Bankier (Blair Underwood) ein romantisches Intermezzo eingeht, wobei dieser Subplot in Richtung Klassenkonflikt ausgeweitet wird. Die rasante Action - zum Teil blutig-brutale Banküberfalle und anschließende Verfolgungsjagden - wurden mitreißend spannend inszeniert - und das obwohl mit nur allzu bekannten Klischees gearbeitet wird. Der finale Showdown endet für den Großteil des Quartetts tragisch, doch einer von ihnen wird ein anderes Schicksal zuteil...
Erwartungsgemäß für den ehemaligen Musikvideoregisseur Gray werden die Geschehnisse entsprechend der Gefühlslagen mit adrenalinaufpumpendem Rap oder R&B-Schmusesongs beschallt. Ob der erhoffte Brückenschlag zum Mainstreampublikum erreicht werden kann, bleibt abzuwarten. Prämisse und Ausführung jedenfalls sind sehr deutlich auf ein junges und weibliches Publikum zugeschnitten. Das Zeug zum Hit hat der Actioner allemal. Ara.
Jada Pinkett Smith (Stony), Queen Latifah (Cleo), Vivica A. Fox (Frankie), Kimberly Elise (Tisean), John C. McGinley (Detective Strode), Blair Underwood (Keith), Vincent And van Baum, Chaz Lamar Shepard