Der neue Regisseur Rian Johnson bringt Witz und eine gewisse Verspieltheit in die Science-Fiction-Saga und macht mit dem Mittelteil der neuen Trilogie Lust auf Episode IX.
Der Franchise-unerfahrene und mit leicht verqueren Genregeschichten wie "Brick" oder "Looper" Aufmerksamkeit erregende Rian Johnson bringt frischen Wind in die von George Lucas begrรผndete Kult-SciFi-Saga. Er orientiert sich zwar wie J.J. Abrams im Auftakt der dritten Trilogie "Das Erwachen der Macht" am entsprechenden Vorbild "Das Imperium schlรคgt zurรผck", aber variiert mehr, strukturiert anders und lรคsst seinen Figuren mehr Spielraum bzw. ihre Absichten und รberzeugungen (lรคnger) im Dunklen.
Das war bei Adam Drivers Darth Vader-Nachfolger Kylo Ren bereits angelegt, wird im zweiten Film aber noch deutlicher, wenn er seine Beziehung zu Daisy Ridleys Luke-Nachfolgerin Rey รผber Treffen in Gedanken intensiviert. Mark Hamills Luke Skywalker darf hier รผberraschen ebenso wie seine Zwillingsschwester Leia, deren Schauspielerin Carrie Fisher nach den Dreharbeiten starb. Interessante Neuzugรคnge im zahlreichen Personal sind Benicio Del Toros Codeknacker und Laura Derns Admiral. Die VFX-Leute kreierten auch ein paar neue auรerirdische Tierarten. Niedlichkeit und Ulkigkeit der einen, die Porgs, kann man sich wie Chewbacca nicht entziehen. Auรerdem gibt es ein Wiedersehen mit ein paar Figuren aus der Kult-Trilogie, was die Fans lieben werden.
รberhaupt hat Johnson, der auch das Drehbuch schrieb, Fanboys klar im Blick, baut sogar Original-Schnipsel ein - ohne dass Franchiseneulinge den รberblick verlieren bei der Geschichte, die direkt an "Das Erwachen der Macht" anschlieรt und wie gehabt auf mehreren parallelen Handlungsebenen ablรคuft. Spannend und vor allem mit viel Witz erzรคhlt Johnson, der sich gelungen in Situationskomik und Dialogen รคuรert. "Die letzten Jedi" ist aber kein Klamauk-Ausflug wie "Thor: Tag der Entscheidung", sondern schildert den verlustreichen und fast aussichtslosen Kampf der Rebellen und Reys Suche nach ihren Wurzeln durchaus mit gebรผhrenden Ernst.
Auch auf der optische Ebene gefรคllt "Die letzten Jedi", sei es in schรถnen visuellen Einfรคllen, wie etwa Reys Begegnung mit der dunklen Seite der Macht, bei der sie in ihr vervielfรคltigtes Spiegelbild blickt oder einem Bรผgeleisenraumschiff, das tatsรคchlich ein Bรผgeleisen ist, oder dem schon auf dem Plakat sichtbaren Farbkontrast zwischen Rot und Weiร. Natรผrlich kann sich auch die Action sehen lassen, die in Luft- und Boden-Schlachten- und -Verfolgungen und ja - auch Laserschwertkรคmpfen - groรen Raum einnimmt, aber nicht die Figurenkonstellationen รผberrollt. Johnson gelingt es, trotz allem Leinwandspektakel, seine Protagonisten nicht aus dem Blick zu verlieren, Interesse fรผr sie zu wecken, was beim "Star Wars"-Einzelstรผck "Rogue One" nur bedingt der Fall war. So kann es in Teil neun weitergehen! hai.
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