Mit Matt Damon, Scarlett Johansson und leichter Hand feiert Cameron Crowes Bestsellerverfilmung das Abenteuer Leben.
Wie grausam nah sich Tragรถdie und Triumph kommen kรถnnen, erfuhr Benjamin Mee, als er Herbst 2006 einen Zoo samt Wildtierbestand in England erwarb. Im Sommer darauf erรถffnete er diesen ebenso erfolgreich, wie er seine Erlebnisse spรคter zu Papier brachte, aber seine Frau verlor er bereits wenige Monate nach dem Kauf an den Tod. Mrs. Mees Kampf gegen den Krebs wie auch die finale Kapitulation ihres Kรถrpers verlagert das von Crowe รผberarbeitete Drehbuch von Bestsellerspezialistin Aline Brosh McKenna ("Der Teufel trรคgt Prada") ins Off und in die Vergangenheit. Das reduziert die tragische zugunsten einer hoffnungsvollen Note und lรคsst diesen Familienfilm oft Berรผhrung zur Komรถdie, gelegentlich sogar zur Romanze aufnehmen. Ausgeblendet wurde Mees Mutter, die eigentliche Impulsgeberin fรผr das groรe Abenteuer, dafรผr ein Attraktivitรคtsschub fรผr eine Tierpflegerin, die sich auch des Witwers annimmt, sowie ein Vater-Sohn-Konflikt eingefรผhrt, der gerade so tief geht, dass ihn das Skript ohne groรe Nebenwirkungen auflรถsen kann.
Fรผr Witz sorgt Thomas Haden Church als Duncan Mee, der den Plรคnen seines Bruders (Matt Damon) Skepsis entgegenbringt, als dieser mit dem vรคterlichen Erbe einen vor zwei Jahren geschlossenen Zoo erwirbt, ohne die geringste Ahnung zu haben, wie er ihn renovieren und er mit den Tieren umgehen soll. Mit niedlicher Tochter und pubertierendem Sohn stรผrzt sich Mee nun in die Aufgabe am vom Drehbuch nach Kalifornien verlegten Schauplatz. Unterstรผtzung findet er bei Tierpflegerin Kelly (Scarlett Johansson) und ihrem kleinen Team, das ein paar schrรคge Vรถgel und Kellys Teen-Nichte vereint, die sich als kompatibel mit Mee Junior erweisen wird. Obwohl es Probleme mit Finanzen, einem depressiven Tiger und einem pedantischen Amtskontrolleur zu bewรคltigen gibt, der die Wiedererรถffnung des Tierparks absegnen muss, obwohl der Schatten des tragischen Verlustes stets prรคsent ist und ein Hauch von Wehmut sich durch die Geschichte zieht, dominieren letztlich Licht und Optimismus Crowes Comeback. "Wir kaufen einen Zoo" ist manchmal rรผhrselig und zu รผberbetont auf Feel-Good-Kurs, versteht es aber auch wirklich zu berรผhren und Charme, Humor wie auch Sympathie fรผr seine Figuren zu entwickeln. Crowes eigene Ehe wurde Ende 2010 nach 24 Jahren geschieden, doch sein Glaube an Harmonie und Liebe bleibt unverรคndert unerschรผtterlich. kob.