Nach "Unsere Erde" und "Unsere Ozeane" ein neuer opulenter Dokumentarfilm, diesmal über Wildkatzen in freier Natur.
Fast könnte man jedes einzelne Haar in der Mähne zählen und die Maserung in den Barthaaren bei diesem prachtvollen Löwenmännchen, das sich gegen einen jüngeren Konkurrenten durchsetzen muss und in der Masai Mara, der afrikanischen Savanne nah des Serengeti-Nationalparks, seine Position im Rudel halten möchte. Die Regisseure Alastair Fothergill ("Unsere Erde") und Keith Scholey (""The Private Life of Plants") tauchen ein in die Magie des Reichs der Raubkatzen, die unbestrittenen Herrscher im wilden Herzen Kenias, auch wenn mächtige Feinde sie ständig bedrohen. Ohne die Tiere zu vermenschlichen, zeigt der opulente Dokumentarfilm Familienleben und Freundschaft, Rivalität und Revierkämpfe vor atemberaubender Kulisse. Kinder werden groß gezogen, die Familie gegen Feinde verteidigt und sich auch mit dem Tod abgefunden. Im Mittelpunkt stehen ein Löwenmädchen, das sich von seiner verletzten Mutter trennen muss, eine Gepardenmutter, die ihre Jungen unter Lebensgefahr aufzieht, ein stolzer Löwe, der seine Macht schwinden sieht und sein junger angriffslustiger Gegner samt "Gang". Löwen, Geparden und Leoparden leben auf der Fläche von 1500 Quadratmetern, umgeben von Gnus, Zebras und Gazellen, Elefanten, Büffeln und hunderten von Vogelarten. Kein harmonisches Zusammenleben, sondern für viele Fressen oder gefressen werden, täglicher Überlebenskampf, bei dem vor allem schwächere Tiere auf der Strecke bleiben, Löwenrudel verbissen gegeneinander kämpfen.
Über Monate verfolgte das Filmteam die Tiere in der freien Wildbahn und "castete" die Filmfamilie. Mit Geduld, Erfahrung und Top-Technik gelang es in zweieinhalb Jahren Drehzeit, die sonst so scheuen Katzen auf Film zu bannen. Oft passierte lange nichts, die Tiere verschwanden auch schon mal und wenn es "action" gab, dann schon mal, ohne dass die Filmemacher das mitkriegten. Die Tierfilmer, unterstützt von Experten, vertrauten ihrem Instinkt und so kamen dann doch noch aufregende Geschichten zustande über das Beziehungsgeflecht der Großkatzen untereinander oder auch den singulären Kampf einer Gepardin gegen Löwen, Hyänen oder Schakale. Und wie die Kamera an rennenden Geparden dranbleibt und auf die Gesichter von Tieren zoomt, in Zeitlupe jede kleinste Bewegung einfängt, ist ein Wunder. Die grandiosen Bilder, unterlegt mit einem etwas sehr präsenten Score, zeigen ein bedrohtes Paradies und schärfen das Bewusstsein, dieses Stück Natur zu schützen und zu bewahren. mk.