In seiner dritten publikumsaffinen Regiearbeit feiert Star-Autor Richard Curtis die Einzigartigkeit des Lebens und das Idyll von Familienglück.
Konträr zu Konzepten, die den Urgroßvater seiner Frau Emma Freud zum Titanen der Tiefenpsychologie machten, sieht Richard Curtis als Drehbuchautor ("Notting Hill") wie auch Regisseur ("Tatsächlich...Liebe") das Leben grundsätzlich als Paradies, das nur wertgeschätzt werden muss. Sein therapeutischer Ansatz für Zuschauer, die diese Perspektive noch nicht teilen, im Kino aber ihre Probleme vergessen wollen, ist Freundlichkeit, Humor und der Glaube an die Heilkraft der Liebe. Auch in seiner dritten Inszenierung weicht er nicht ab von diesem Weg, der seine Fans ins Glück führt, seine Kritiker aber Antikörper produzieren lässt.
Restgift, mögliche unterdrückte Impulse seiner "dunklen Seite", leitet Curtis stets in Nebenfiguren ab, hier in Tom Hollanders rotzig-unangepassten Literaten, der zumindest bei Zuschauern, die auch einmal die Früchte des Zorns ernten wollen, für die größten Lacher sorgt. Tim (Brendan Gleesons Sohn Domhnall) dagegen ist ein typischer Curtis-Protagonist, ein etwas schüchterner, aber grundanständiger junger Mann, der von seinen Eltern geliebt, doch von schönen Frauen zu wenig beachtet wird. Als ihm sein Vater (gewohnt liebenswert-schrullig: Bill Nighy) enthüllt, dass alle Männer seiner Familie zurück in ihre Vergangenheit reisen können, beginnt Tim, seine Gabe zur Verhaltenskorrektur, ganz besonders im romantischen Kontext, einzusetzen. Eine Zeitlang glaubt man, der Film fände in der Eroberung der hübschen, aber unsicheren Mary (Rachel McAdams), die auch ohne Zahnspange im Erscheinungsbild an Alexandra Neldels Mauerblümchen aus "Verliebt in Berlin" erinnert, seinen Fokus. Tatsächlich aber ist es nur eine Etappe auf dem Weg, das Familienleben mit Kindern zu feiern, das Curtis selbst so erfüllt.
Die Zeitreisen, die an Regeln gebunden sind und Evolutionsfehler, wie etwa Hitler, nicht verhindern können, werden ohne Effekte nur durch Schnitte eingeleitet. Humoristisch lässt Curtis einige Chancen dieses "Murmeltier"-Konzepts ungenutzt, hätte frecher und unangepasster sein können. Wie seine anderen Filme ist auch dieser einen Tick zu brav und missionarisch, dabei aber durchaus amüsant, stets sympathisch und am Ende, wenn sich Vater und Sohn, Vergangenheit und Gegenwart, ein letztes Mal begegnen, auch berührend. kob.
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