Shana Festes Bestelleradaption über den Rausch der ersten Liebe erfüllt die Sehnsüchte junger Herzblutromantiker.
Nach Franco Zeffirellis Erstverfilmung von 1981 entdüstert die Kalifornierin Shana Feste ihre Adaption von Scott Spencers Roman deutlich, tilgt Bezüge zu Stalkertum und psychischer Störung und fokussiert sich nun auf ein Trauma, das schon ihr Regiedebüt "Zeit der Trauer" prägte. So liegt der Verlust des bewunderten ältesten Sohns nach Jahren unverändert wie ein schwarzer Schatten über der wohlhabenden Butterfield-Familie, die sich damit arrangiert hat, dass der Vater einen Schrein für den toten Primus errichtet hat, seinen jüngsten Sohn wie auch seine Frau vernachlässigt und seine unerfüllten Wünsche für den Ältesten auf seine Tochter (Gabriella Wilde) projiziert.
Damit sind Widerstand und Repression programmiert, als Musterschülerin Jade nach ihrem Highschool-Abschluss von ihrem langjährigen heimlichen Bewunderer David (Alex Pettyfer) im Sturm erobert wird und sich fortan auf die Bedürfnisse des Herzens konzentriert, das, zum Entsetzen des Vaters, nun den smarten Verstand kontrolliert. Neu an dieser freien Umsetzung der Vorlage ist die inspirierende, langfristig heilende Wirkung, die die junge Liebe auch auf die erstarrte Beziehung der Eltern hat. Sympathieträgerin ist hier eine verständnisvolle Mutterfigur, die schnell erkennt, dass der Verehrer ihrer Tochter trotz Arbeiterhintergrund ein moralisch gefestigter Glücksgriff ist, der im Unterschied zur Vorlage nur noch emotional Feuer entfacht.
Im Grunde wirkt Pettyfer zu erwachsen für diese Rolle, kompensiert das aber mit Charme, während Wilde die vom Drehbuch vorgegebene Profilanforderung eines süßen Engels mühelos meistert. Dieses attraktive Paar ist der Hauptköder für das junge Zielpublikum, das in dem Plädoyer für die Priorität der Liebe, vom Konflikt mit dem dominanten Vater abgesehen, nur mit wenigen Irritationen konfrontiert wird. Dafür wird aufgeboten, was Genre-erfahrenen Produzenten wie Josh Schwartz ("Gossip Girl") romantisch unverzichtbar scheint. Vom scheuen Kaminsex, über leidenschaftliche Geständnisse und Opferhandlungen, bis hin zu einer Fülle von sensitiven Songs, die die Traumzeiterfahrung für die Teens über den Kinobesuch hinaus konservieren. kob.
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