Das Remake eines Brat-Pack-Hits der 1980er Jahre empfiehlt sich auch mit älterer Besetzung als romantisch-komischer Paarlauf.
1986, in Edwards Zwicks Erstverfilmung eines Theaterstücks von David Mamet, waren die vier Hauptrollen mit Jungstars in den frühen Zwanzigerjahren besetzt. Die von Komödienspezialist Steve Pink inszenierte Neuauflage spricht mit Schauspielern um die 40 ein etwas älteres Publikum an, präsentiert sich aber, Nebenwirkung des überdrehten Kindskopfs Kevin Hart, dem Jüngsten im Quartett, nicht substanziell reifer.
Schauplatz ist nun nicht mehr Chicago, sondern Los Angeles. Hier bringt ein harmloser One-Night-Stand Kollateralschäden mit sich, weil sich durch die Fun-fixierten Sexabenteurer Joan (Regina Hall) und Bernie (Kevin Hart) auch deren beste Freunde, Danny (Michael Ealy) und Debbie (Joy Bryant), kennenlernen und kurz darauf selbst im Bett landen. "About Last Night" beobachtet diese grundverschiedenen Paare in prägenden Beziehungsphasen - von der anfänglichen Euphorie über die einsetzende Routine bis hin zur Stasis und zum Bruch. Dabei übernehmen Hall und Hart die lauteren, vulgäreren Rollen, während Ealy und Bryant die Profilanforderung sensitiv und rücksichtsvoll erfüllen. Im Laufe des Plots, der sich konform mit den Erwartungen, am Ende aber auch mit den Wünschen des Zuschauers entwickelt, weichen die Grenzen zwischen den Paaren etwas auf, am deutlichsten bei den Verbalgift spritzenden, zunächst nur körperlich aneinander interessierten Hall & Hart, die Spurenelemente von Einsicht in ihre Persönlichkeiten und damit schließlich sogar Beziehungslust entwickeln.
Speedtalker Hart und seine komische Kollegin Hall sind die schrillen, aber Leidenschaft und etwas Unberechenbarkeit einbringenden Säulen dieser romantischen Komödie, die ihre Nebenkonflikte - berufliche Unzufriedenheit und Bedrohung der Existenzgrundlage - nie überdramatisiert. Was zum Standard des Genres gehört, findet man auch hier - von melancholischen Montagen bis hin zu niedlichen Katalysatoren, die verirrte Liebende wieder zusammenbringen. Die Dialoge decken von derb bis bissig das ganze Spektrum ab und schlagen noch am deutlichsten die Brücke zu Mamets Stück, dessen Bitterkeit und Zynismus allerdings in diesem sympathischen Beziehungsmärchen Hausverbot bekommen haben. kob.