Zwei Ex-Groupies, die in den Sixties und Seventies die Prominenz der amerikanischen Rockgeschichte durch ihre Betten touren ließen, erkennen nach jahrzehntelanger Trennung, wie sehr sie sich als beste Freundinnen auseinander gelebt haben. Um diese potenziell konfliktdynamische Konstellation baut Drehbuchautor und Regiedebütant Bob Dolman ("Willow", "In einem fernen Land") eine konstant gute Laune zeigende Komödie mit leisen melancholischen Zwischentönen auf, die Susan Sarandon, vor allem aber Goldie Hawn eine Traumrolle beschert. Hit-Material mit Starglanz, das neben Charakterkomik auch mit Dialogwitz fürs Notizbuch operiert.
Als Casting-Coup und gut verwertbarer Promohappen für die Presse erweist sich die Fortsetzung einer noch relativ jungen Familientradition im Hause Hawn, darf doch nach Tochter Kate in "Almost Famous" nun auch Mutter Goldie das große Herz und andere Attraktionen eines Groupies zeigen. Von den ersten Bildern an gehört der Film der geborenen Komödiantin, die mit auffrisiertem Dekolleté und von der Zeit sympathisch verwittertem Gesicht auch 30 Jahre nach ihren Tagen des Ruhms am Tresen einer legendären Rockkneipe von Los Angeles steht. Als Suzette wegen ihres zu öffentlichen Trinkverhaltens gefeuert wird, erkennt das immer noch schnuckelige, aber auch eine Spur peinliche Auslaufmodell ihr Leben als Trümmerhaufen. Abgebrannt fährt sie nach Osten, sammelt unterwegs Vollneurotiker Harry (Geoffrey Rush) auf und erreicht schließlich Phoenix. Dort will Harry seinen Vater töten und Suzette Vinnie (Susan Sarandon), ihre Kampfgefährtin aus Groupietagen, mit einem Besuch überraschen. Weil aber Vinnie als zweifache Mutter und Frau eines Mannes von Geld und Einfluss mittlerweile steif wie ein Bügelbrett geworden ist, muss Hawn als quirliger Weichspüler die beiden Verklemmten entspannen. Hawns Lebenskrise, Sarandons Selbstverleugnung, ihr spießiger Gatte, die verzogenen Töchter und der zwanghafte Harry bleiben kleine Hindernisse auf dem Weg zu einer glorreichen Reunion der Banger Sisters. Etwas "Thelma und Louise"-Feeling schwingt mit, wenn die Golden Girls die Disco erobern, ein nostalgisches Powerpack bilden und in beider Leben wieder die Farbe kommt, die sie trotz unterschiedlicher Realitäten solidarisch vermissten. Vorwiegend heiter, nur mit dramatischen Spurenelementen durchsetzt ist der Ton dieser in den drei Hauptrollen exzellent besetzten Komödie, die vor allem Goldie Hawns offensichtlich zeitlosen Charme so gewinnend ausstellt, dass finale Blitzversöhnlichkeit unter den Figuren und ein Hauch von Kitsch keine Folgeschäden verursachen. Unbeschwert amüsieren kann man sich hier - und dies Generationen überschreitend. kob.
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