Einst hatte der Satan Linda Blair beim Wickel, und es war eine helle Freude, ihr zuzusehen, wie sie spuckte und fluchte und einen Meter über dem Bett schwebte, nur um die katholische Kirche zu ärgern. Sie hatte schon mehrere Priester verschlissen, bevor Vater Merrin dazukam, der hartnäckig genug war, um den Teufel zu vertreiben.
Das war 1973, in William Friedkins wegweisendem Film "Der Exorzist". Ein prima Vehikel, um obszöne Schimpfwörter kennenzulernen, aber auch der erste Film seiner Art und durchaus gruselig, mittlerweile oft kopiert, jedoch nie erreicht.
Jetzt kann man sehen, was Vater Merrin (Stellan Skarsgard) tat, bevor er die arme Linda rettete, und wie er bereits lange vor ihr einen erfolgreichen Exorzismus durchführte. Bevor es so weit kommt, muss er allerdings mit menschenfressenden Hyänen fertig werden und all die wüsten Zeichen einer Spukgeschichte deuten: Glühbirnen explodieren, Spiegel zerspringen, Christus am Kreuz hängt plötzlich verkehrt herum.
Spannung garantiert Action-Regisseur Renny Harlin, der Schauplatz liegt diesmal nicht in der Stadt, sondern in der Wildnis, wo die Kräfte der Finsternis mächtiger sind.
Vater Merrin jedenfalls erlebt vorab Schreckliches im Krieg, fällt daraufhin vom Glauben ab und geht nach Oxford, um Archäologie zu studieren. In trüber Stimmung reist er nach Kairo, wird dort von einem Antiquitätenhändler als Berater angeheuert und nach Kenia gelockt, wo eine merkwürdige byzantinische Kapelle ausgegraben wurde.
Dort wiederum sind auch der Vatikan und die Briten, die auf den Fund einer Reliquie hoffen, während das Böse bereits blutige Spuren hinterlässt. Nach Entdeckung einer uralten Kultstätte kommt dann Pazuzu, der Dämon, über einen Jungen.
Vater Merrin muss sich zum ersten Mal mit einem Besessenen beschäftigen, und was er sieht, ist auch hier zornig, grün und ziemlich ekelhaft. Er führt einen Exorzismus durch, mit allem, was man dabei verlangen kann, und die Atmosphäre kommt der berühmten Vorlage des Films durchaus nahe.
Da ist der Sieg des Priesters kaum eine Beruhigung, denn man weiß ja, der Teufel wird wieder zuschlagen.
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