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Der Umwelt zuliebe
Beschreibung
Warmherziges auch humorvolles Drama um einen Witwer, der durch eine Begegnung mit einer jungen Frau noch einmal Lebenslust verspürt und sich mit seinem Sohn versöhnt.
Michael Caine in einer fein nuancierten, berührenden Performance ist das emotionale Zentrum dieser melancholischen Tragikomödie von Sandra Nettelbeck ("Bella Martha"). Nach ihrem Drama über eine depressive Frau "Helen" geht sie auch hier ein ernstes Thema an, schildert es aber auch mit Leichtigkeit und Humor. Die Vorlage für ihr Drehbuch lieferte ihr ein Roman von Francoise Dorner. Nettelbeck gelingt es, in der Geschichte eines einsamen Mannes, der sein Leben als nicht mehr lebenswert betrachtet seit seine geliebte Frau vor ein paar Jahren gestorben ist - die auch als reine Tragödie hätte gelesen werden können - Komik ebenso wie Drama angenehm dezent aber wirkungsvoll einzusetzen, ohne je in Kitsch abzugleiten.
Ein Lächeln auf die Lippen der Zuschauer zaubern etwa die kleinen Culture Clashs - Caine spielt schließlich einen Amerikaner in Paris, der kaum Französisch spricht - oder seine erst unbeholfenen, aber mit der Begeisterung eines Kindes angegangen Tanzversuche im Kurs seiner neu gewonnenen jungen Freundin (natürlich gespielt von Clémence Poésy).
Überhaupt strahlt der Film Natürlichkeit aus, unterstützt von Makeup, Kostüm und Ausstattung. Nettelbecks üblicher Kameramann Michael Bertl liefert die entsprechenden spätherbstlichen Bilder, schön, aber unaufdringlich. Nichts lenkt von Caine ab, seinem faltendurchzogenen, wissenden Gesicht, seiner Mimik und seinem etwas wackligen Gang. Eine gewisse Künstlichkeit bringt allenfalls Gillian Andersons Auftritt als herrlich zickig-rabiate Tochter von Caines Mr. Morgan mit ein. Sie besucht ihn zusammen mit ihrem Bruder (Justin Kirk) nach Mr. Morgans Selbstmordversuch im Krankenhaus.
In der zweiten Hälfte verlagert sich der Schwerpunkt des Films von der erfrischenden Begegnung mit der jungen Frau hin zum Aufarbeiten des gestörten Vater-Sohn-Verhältnis, wechselt auch den Schauplatz von Paris zu einem Ferienhaus in der Normandie, und scheut phasenweise vor Melodramatik nicht zurück. Mag die Story manche Wendung am Ende nicht unbedingt nötig haben, bleibt ein wunderbarer Film für ein reifes Publikum, der ehrlich, ungeschminkt, aber mit Herz und nicht so schonungslos wie Michael Haneke von der letzten Liebe erzählt, und die schönen Momente im Leben feiert. hai.
Hersteller: Universum Film, Neumarkter Str. 28, München, 81673, info@universumfilm.de
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