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Der Umwelt zuliebe
Beschreibung
Komödie über zwei bärtige Selbstmordattentäter, die vor der geplanten Tat ihre Liebe zur französischen Lebensart entdecken.
Sein unbekannter Staat Taboulistan soll weltweit in die Medien. Davon träumt der Diktator des fernen Landes irgendwo in Asien. Und was garantiert den richtigen Medienhype? Ein Terroranschlag. Also werden zwei unbedarfte Ziegenhirten nach Paris geschickt, um als Selbstmordattentäter das Wahrzeichen Frankreichs in die Luft zu sprengen, den berühmten Eiffelturm. Dumm nur, dass der Flieger in Korsika landet und die beiden Männer sich bis in die Metropole durchschlagen müssen. Dabei laufen ihnen ziemlich durchgeknallte und äußerst unfreundliche Einheimische über den Weg. Wie schön, dass eine junge Journalistin ihnen ihre Heimat von einer ganz anderen Seite zeigt und sie sich über ihre tödlichen Pläne noch einmal Gedanken machen.
Michaël Youn, der sich zu Beginn seiner Karriere als schräger Komiker profilierte, dann mit "Fatal" ein beachtliches Regiedebut hinlegte, holt in seiner zweiten Regiearbeit die dicke Humorklatsche raus und bespaßt in diesem absurden Road-Movie mit schlichtem Witz und lautem Frohsinn. Die Gallier kriegen ihr Fett ab, egal ob Polizist, Schwuler, Mediziner oder aggressiver Fußballfan. Dass die Rettung in Gestalt einer Mademoiselle namens "Marianne" naht (naheliegend der Bezug zum Symbol der französischen Republik), die die Tölpel mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt und ganz selbstverständlich die Liebeskarte für eine flotten Dreier zückt, könnte noch als Ironie auf das Klischee der immer bereiten Französin durchgehen. Youn, der mit José García die bärtigen Terror-Dilettanten mimt (in der deutschen Fassung überzeugen als Synchronsprecher die Experten für interkulturelle Comedy Kaya Yanar und Serdar Somuncu), ist immer dann stark und für Lachsalven gut, wenn er seine Landsleute am Rande der Karikatur zeigt. Aber bei der Darstellung des Islam(ismus) könnten Freunde der political correctness doch Rassismus wittern und die Debilität der beiden Machos in ihrer Redundanz ist nicht für jeden ein absolutes Vergnügen.
Was bleibt, ist trotz aller bösartigen Seitenhiebe auf "la douce France" eine unterschwellige Liebeserklärung an ein Land, in dem unter mächtigen Platanen ein fröhliches Völkchen beim "vin rouge" das Leben feiert. Das gefiel 1,2 Mio. Franzosen. mk.
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