Mit seinem wunderbaren Animationsspaร erweist sich der Belgier Ben Stassen erneut als groรartiger 3D-Virtuose, ohne dabei Story und Figurenzeichnung zu vernachlรคssigen.
Es braucht nicht unbedingt gigantische Aquarien oder die unendlichen Weiten der Ozeane, um im Kino phรคnomenal dreidimensionale Geschichten erzรคhlen zu kรถnnen. Diesen Beweis tritt nun der Belgier Ben Stassen an. Nach seinen beiden Schildkrรถten-Animations-Spektakeln "Sammys Abenteuer - Die Suche nach der geheimen Passage" und "Sammys Abenteuer 2", die sowohl qualitativ als auch am Boxoffice Hollywood-Niveau erreichten, zeigt der 3D-Pionier, dass er auch auf engstem Raum ein dreidimensionales Feuerwerk abfackeln kann. Wie der Titel bereits impliziert, findet ein Groรteil der Handlung von "Das magische Haus" hinter den vier Wรคnden des schrulligen Zauberers Lawrence statt, der dort mit kuriosen Tieren wie dem Hasen Jack, der Maus Maggie oder den Turteltauben Karle und Klรคrle haust. Zudem ist Lawrence in der Lage, altmodisches Spielzeug - John Lasseters "Toy Stories" lassen grรผรen - mit Leben zu erfรผllen. Mindestens ein Dutzend dieser Dinge - ob Glรผhbirne, Kaugummiautomat oder Seifenblasenmaschine - sorgt dafรผr, dass im Haus des Magiers immer etwas los.
Erzรคhlt wird die Geschichte aus Sicht eines kleinen streunenden Katers namens Thunder, der optisch als Garfields kleiner, schlanker Bruder durchgehen kรถnnte und bei Lawrence Asyl findet. Er ist in der Folge maรgeblich daran beteilig, dass der durchtriebene Neffe des Zauberers seine dreisten Plรคne, das magische Haus zu Geld zu machen, nicht durchsetzen kann - nicht zuletzt deshalb, weil dieser unter einer fรผrchterlichen Katzenallergie leidet. Diese Handlung unterfรผttert Stassen mit einigen wundervollen 3D-Effekten. Dabei beherzigt er lediglich das simple Motto "Alles, was fliegt, ist tricktechnisch verwertbar". Und so torpedieren Kaugummikugelsalven unliebsame Besucher, fliegt das Taubenpรคrchen Kamikaze-artige Fรคkalattacken oder pendelt eine Abrissbirne nicht weniger realistisch durch den Kinosaal. Bei aller 3D-Verliebtheit lรคsst Stassen jedoch nie die Story aus den Augen, zeichnet detailgenau seine Figuren (auch Nebencharaktere wie den vorlauten Chihuahua Kiki), setzt auf Dialogwitz und die passende musikalische Untermalung wie etwa zum Abspann Shakin' Stevens' Rock'n'Roll-Klassiker "This Ole House". Und so nebenbei variiert er auch noch das "Kevin - Allein zu Haus"-Thema, wenn zwei muskulรถse Mรถbelpacker mit animalischen, spielerischen, aber vor allem vereinten Krรคften aus der magischen Immobilie wieder verjagt werden. Mit diesem "Zauberhaus" hat sich Stassen selbst รผbertroffen. lasso.