In der 3D-animierten Adaption des Kindersachbuchs von Professor Dietrich Grönemeyer wird eine medizinische Lektion mit viel Action, Comedy und Science Fiction erteilt.
Während Bruder Herbert seit Jahrzehnten die deutsche Musikszene dominiert, tummelt sich Professor Dietrich Grönemeyer nun schon seit geraumer Zeit mit seinen populärwissenschaftlichen Medizinbüchern in den Literaturbestsellerlisten. Diese Erfolgsgeschichte soll nun auf den Bereich Film ausgedehnt werden. Und gerade Grönemeyers Figur aus "Der kleine Medicus" eignet sich hervorragend für eine Leinwand-Adaption. Dabei haben die Macher um Regisseur Peter Claridge ("Die Kumpel") vor allem den an Anatomie interessierten Nachwuchs im Visier, sprich, die spielerische, kindgerechte Aufbereitung des Stoffes steht im Vordergrund dieses Animationsabenteuers, das in zeitgemäßer 3D-Stereoskopie produziert wurde und mit sanft bunten Pastelltönen und lieblich gezeichneten Charakteren daher kommt, deren wächsern wirkende Köpfe im Vergleich zu ihren Körpern und Gliedmaßen überproportional groß geraten sind.
Kopflastig ist der Film deshalb aber noch lange nicht. Denn Action und Fun sind Trumpf, wenn der kleine Nano mit Freundin Lilly sich winzig klein schrumpfen lässt, um einen bösen Roboter, der im Körper des Großvaters sein Unwesen treibt, unschädlich zu machen. An Klassiker wie "Die Reise ins Ich" oder "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" fühlt man sich erinnert, aber auch an "Being John Malkovich" oder "Iron Man", wenn der irre Professor Schlatter, der ein entfernter Verwandter Frankensteins sein könnte, in einen Eisenanzug mit vielen originellen Gimmicks steigt. Bei all dem Spektakel, das auch inhaltlich auf topmoderne Technologie setzt, kommt indes der lehrreiche Aspekt ein wenig zu kurz. Cool ist es schon, wenn ein Schluckauf bewirkt, dass das Mini-U-Boot im Magen von der durch ihn erzeugten Druckwelle herumgeschleudert wird, und Biounterricht live ist es, wenn Nano wie Chris Pine alias Captain Kirk in seiner Enterprise in Opas Body die 23 Bandscheiben unserer Wirbelsäule entlangrast. Dann ist es mit dem Medizinunterricht aber auch schon wieder vorbei.
Um kleine Zuseher nicht zu verschrecken, werden die Spannungsbögen kurz gehalten und Aufregungen weitgehend vermieden. Außerdem wurde viel Wert auf eine gute Synchronisation gelegt, wobei Christiane Paul ihre samtene Stimme der superschlauen Forscherin Micro Minitec leiht und Comedian Bernhard Hoëcker als tumber Assistent des Schmalspur-Frankensteins brilliert. Ein flotter Score mit einer Neuauflage des NDW-Hits "Völlig losgelöst" macht ebenfalls gute Laune und so münden diese etwas anderen Doktorspiele in einen harmlos-netten Spaß für Kids zwischen letzter Kindergartenphase und ersten Grundschuljahren. lasso.
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