In der Fortsetzung des Animationsabenteuers nach den Vorlagen von Helme Heine stehen weniger 3D-Effekte und stringente Story, sondern die ungewöhnlichen Charaktere des Kinderbuchautors im Mittelpunkt.
2009 brachte das Regiegespann Tony Loeser und Jesper Møller mit "Mullewapp - Das große Kinoabenteuer der Freunde" eine äußert gelungene Zeichentrick-Adaption der populären Kinderbücher von Helme Heine in die Kinos und schaffte mit einer runden halben Million Besuchern auch einen ansprechenden kommerziellen Erfolg. Für die Fortsetzung der Abenteuer um die drei Freunde Waldemar, Franz von Hahn und Johnny Mauser hat sich mit Loeser und Theresa Strozyk, die bereits die TV-Geschichten aus Mullewapp inszeniert hat, ein neues Duo gefunden. Dieses konzentriert sich hauptsächlich darauf, die bonbonbunte Bauernhofidylle, die die Vorlagen so berühmt gemacht haben, herzustellen und den sympathischen Tier-Charakteren bei ihrem entschleunigten Alltag zuzusehen. Das geht ein wenig zu Lasten einer wirklichen Geschichte, stört aber nicht, weil sich insbesondere Vorschulkinder gut auf das gemäßigte Tempo und die wenigen, klar definierten Schauplätze einlassen können. Der Plot selbst dreht sich um das stets hungrige Schwein Waldemar, zu dessen Geburtstag eine tolle Torte gebacken wurde. Dieser süßen Verlockung erliegt auch das fiese Wildschweins Horst von Borst, das mit seinen finsteren Rabauken das traute Landleben empfindlich stört, will man sich doch den Löwenanteil am Sahnekuchen sichern. Dieses Borstenvieh wird von Loeser und Strozyk als zerstörerische, brutale, ja fast schon terroristische Spezies gezeigt, die wie in einem Western die Farm respektive den Bauernhof in ihre Gewalt nimmt. Allerdings dauert deren Regentschaft in Mullewapp - einem Kinderfilm angemessen - nur kurz, stattdessen dominieren Harmonie und Frohsinn, Tollpatschigkeit und Bananenschalenhumor sowie witzige Wortverdreher wie Gehirnverschüttelung, kuriose Spiele wie Gebissweitwurf oder die Auftritte von vier mutigen Ninja-Küken. Die 3D-Effekte werden sehr dezent eingesetzt, Actionsequenzen wie eine fliegende Fledermaus sind Mangelware, bei einem Gewitter kommt die Technik recht gut zur Geltung. Mit viel Spaß bei der Sache sind die vielen prominenten Synchronsprecher, allen voran Axel Prahl als gefräßiges Hausschwein Waldemar, Christian Ulmen als redseliger Biber Benny Blauholz und Carolin Kebekus als heiße Henne Marilyn. lasso.