In dem schrillen Animationsspaß der Warner Animation Group liefern Störche satt Babys Pakete aus, was einige der gefiederten Freunde aber nicht akzeptieren wollen.
Gleich in den ersten Bildern macht "Störche - Abenteuer im Anflug" deutlich, dass sich der erste Film der neu gegründeten Warner Animation Group, der nicht im "Lego"-Universum angesiedelt ist, von seinen aktuellen Mitbewerbern unterscheiden will, wie sich in der guten alten Zeit die Looney Tunes der Warner Bros. von den Cartoons von Walt Disney unterschieden haben. Tatsächlich sieht sich der von "Bad Neighbors"-Regisseur Nicholas Stoller und dem ehemaligen Pixar-Mann Doug Sweetland verantwortete Spaß ganz klar in der Tradition von Bugs Bunny und Co: Hohes Tempo, viel Action, ziemlich schräger Humor bisweilen am Rand zur Hysterie sind die Merkmale, mit denen man sich gezielt von den bis zum letzten Pixel perfekten Titeln von Disney Animation und Pixar oder den perfekt getimten Gags von Illumination Entertainment abhebt.
Entsprechend auch eine etwas überkandidelte Geschichte, in deren Mittelpunkt die Störche stehen, die längst schon nicht mehr Babys, sondern nunmehr Pakete für den Internetkonzern broadstone.com abliefern. Die Basis muss man sich als riesengroßes Warenlager in Schwindel erregender Höge vorstellen, als hätte Amazon sein Hauptquartier hoch über den Wolken auf dem Gipfel der höchsten Berge aufgeschlagen. Überhaupt sind dem Film unmittelbare Bezüge zur Erwachsenenwelt wichtig: Es geht um technologische Errungenschaften, Adoptionen, Chefetagen, Beförderungen und Aktienkurse - und nicht zuletzt explizit um Karriere, weil dem zuverlässigen Austragestorch Junior ein Platz neben Storch-CEO Hunter in Aussicht gestellt wird, wenn er denn das Mädchen Tulip feuert: Das Menschenmädchen war wegen eines Missgeschicks als Baby im Lager der Störche vergessen worden und fällt nun immer wieder wegen ihrer Tollpatschigkeit auf. Statt diesen Auftrag zu erfüllen, gelingt es dem ungleichen Paar, die lange stillgelegte Babymachmaschine wieder in Gang zu setzen. Und um nicht aufzufliegen, machen sie sich gemeinsam auf den Weg, das eine Baby auszuliefern.
Ein Abenteuer beginnt, in dessen Verlauf all die Dinge geschehen, die in Filmen bei solchen Abenteuern eben geschehen: Zwei ungleiche Typen raufen sich zusammen, beide erkennen ihre wahre Bestimmung, sie verändern die Geschicke aller um sich herum. Und sie erleben verrückte Dinge. Insbesondere ein Running Gag mit einem Rudel Wölfe, das sich an die Fersen der Helden heftet, ist ein - lustiger - Höhepunkt im etwas komplizierten Treiben, weil parallel auch noch die Geschichte eines gestressten Menschenehepaars erzählt wird, das aus Karrieregründen keine Zeit für seinen Sohn hat. Dazu kommen frenetische Schnitte, ein gehobener Lautstärkepegel, der schrille Ton und ein nicht wirklich konsistentes Universum, weil man sich nach der Logik des Films doch die Frage stellt, wie es noch neue Kinder geben kann auf der Welt, wenn denn die Lieferungen eingestellt wurden. Das Kinderzielpublikum wird sich daran nicht stören und hellauf begeistert sein, wenn die Wölfe auftauchen: Sie sind die Gewinner im "looney" Treiben. ts.