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Beschreibung
Von der Turbulenz seines Debüts "Critters" und dem flippigen Blödsinn von "Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit" ist nichts geblieben im jüngsten Projekt des Erfolgsgaranten Stephen Herek. "Mr. Holland's Opus" ist ein eher ernstes Melodram über den prägenden Einfluß des Lehrberufs und die Unverzichtbarkeit musischer Erziehung. Mr. Holland (Richard Dreyfuss) sieht sich als seriöser Musiker, schreibt an einer großen Symphonie, muß aber die Arbeit an diesem Opus immer wieder zurückstellen, weil ihn Existenzängste plagen. Um sich und seine Frau (Glenne Headly) ernähren zu können, nimmt er schließlich an einer High School den Posten des Musiklehrers an. Natürlich erweisen sich die Schüler als musikalische Neandertaler, die Holland erst aus ihrer Höhle führen muß. Hier befindet man sich im gewohnten Herek-Territorium - mit der heterogenen Klasse als Nachfolger der "Mighty Ducks". Aus dem steif unterrichtenden Zwangs-Gelehrten wird nach einem Erkenntnissprung eine engagierte, sich mit unorthodoxen Methoden für die Schüler einsetzende Respekstsperson. In der Bewältigung von Konflikten bewegt sich Hereks Film in der versöhnlichen Naivität des Disney-Universums: Die Welt hat Probleme, aber keine, die sich nicht relativ leicht lösen ließen. Zu intensiverem Nachbohren bleibt trotz opulenter Laufzeit keine Zeit, denn "Mr. Holland's Opus" umspannt 30 Jahre, will mit Archivaufnahmen und Songs auch einen Crashkurs in Zeitgeschichte leisten und führt nach etwa einer Stunde mit der Taubheit von Hollands Sohn ein Problem ein, das den Konfliktschwerpunkt von der Schule in die Familie verlagert. Der dramaturgischen Frontenvielfalt dieses Films, die noch durch eine jugendliche Verführerin und einen bildungspolitischen Affront ergänzt wird, kann dieses Opus nur mit einer Angriffs- und sofortigen Rückzugstaktik begegnen. Hereks Film wirkt wie eine Neunziger-Jahre-Version des Lehrermelodrams "Guten Morgen, Miss Fink": menschlich, warmherzig, sentimental und ohne Ecken und Kanten. Kritisch-realistische Töne, etwas mehr Humor (W.H. Macys Rolle als Moral-Zerberus, der Schülerinnen die Rocklänge abmißt, wünschte man sich ausgebaut), hätten diesem Film gutgetan. Aber erfahrungsgemäß denkt der Zuschauer in der Abstimmung solcher Komponenten anders. Somit könnte "Mr. Holland's Opus" an der Kasse durchaus den richtigen Ton treffen. kob.
Richard Dreyfuss, Glenne Headly, Olympia Dukakis, Jay Thomas, William H. Macy, Alicia Witt, Jean Louisa Kelly, Nicholas John Renner, Joseph Anderson, Anthony Natale
Regie
Stephen Herek
Produktionsjahr
1995
Produktionsland
USA
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★★★★★
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