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Der Umwelt zuliebe
Beschreibung
Von britischem Humor geprägte lockere Komödie über die Erfindung des Vibrators mit überragendem Schauspielensemble.
Was haben das viktorianische England, ein elektrischer Staubwedel und ein Freuden spendender Vibrator gemeinsam? Viel, wenn man Tanya Wexlers opulentem Kostümfilm glaubt. Ihre amüsante Mischung aus Zeitkolorit, frivoler Komödie und romantischer Liebesgeschichte hat alles, was in gute Stimmung versetzt. Der Untertitel hält, was er verspricht: "Noch nie hat es so viel Spaß gemacht, geheilt zu werden".
Zwischen zwei Seiten des viktorianischen Lebens um 1880 herum bewegt sich der junge Arzt Mortimer Granville. Da ist die würdevolle und gediegene von seinem gesellschaftlich anerkannten Chef Dr. Robert Dalrymple, und die aufmüpfige und der Veränderung zugewandte von dessen älterer Tochter, die sich der Arbeit mit Bedürftigen widmet. Erst einmal lernt Granville, der wegen seiner modernen Ansichten über Keimtheorie ständig seinen Job verliert, bei Dalrymple wie man "hysterische" Frauen heilt, nämlich über die natürlich medizinisch legitimierte und auf keinen Fall sexuelle Massage des weiblichen Intimbereichs. Bald stehen die Damen beim fingerfertigen Doktor Schlange, bis seine entzündeten Arme ihm den Dienst und den Ladies die Entspannung versagen, seine Laufbahn und die Verlobung mit der gesitteten jüngeren Tochter ein unbefriedigendes Ende finden. Wie gut dass sein Freund und Wissenschaftler justament einen elektrischen Staubwedel entwickelt, den der Medikus zum Batterie getriebenen Vibrator umwandelt.
Das Ensemble Hugh Dancy, Jonathan Pryce, Rupert Everett bildet ein wunderbar gegensätzliches Männertrio, dem Maggie Gyllenhaal und Felicity Jones in nichts nachstehen. Mit Ironie nimmt der Film die viktorianischen Moralvorstellungen unter die Lupe und entlarvt augenzwinkernd die frauenfeindliche und sexuelle Konnotation vermeidende Diagnostik als Prüderie, führt die männliche Idee von der Penetration als alleinigen Lustfaktor ad absurdum und das alles ohne die drei doch sympathischen Männer in die Pfanne zu hauen.
Die leicht verspielte Lektion über Wissenschaftsglaube, viktorianische Konventionen und gesellschaftlichen Wandel, Frauenemanzipation und Männerirrtümer überzeugt rundum, nicht zuletzt durch die bis ins Detail stimmige Ausstattung bis in die Länge der Gehröcke und Reifröcke hinein. Und das (vorhersehbare) Happy End zwischen Medizinmann und aufrührerischer Tochter macht den Zuschauer glücklich, der bei dieser cleveren Komödie wirklich in den besten Händen ist. mk.
Hersteller: Universum Film, Neumarkter Str. 28, München, 81673, info@universumfilm.de
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