Lasse Hallströms zweite Nicholas-Sparks-Adaption bedient die Romantikfans mit Herz, Hoffnung und einem nicht überbetonten Thrillertouch.
Wenn der Bestsellerlieferant für romantische Märchen, die nicht immer ein Happy End haben, und der Spezialist für Berührungskino, dem stets ein Schuss Schärfe fehlt, nach "Das Leuchten der Stille" erneut zusammenfinden, dann weiß sich der Zuschauer auf vertrautem Boden. Dort kann Liebe unter den widrigsten Umständen Wurzeln schlagen, wenn erst einmal das Unkraut, Schicksalsschläge, biografische Traumata oder der Einfluss schlechter Menschen, bezwungen sind.
Die Keimzelle dieser neuen Lovestory, die trotz Berechenbarkeit mit einer Pointe sehr wohl überraschen kann, sind die vergifteten Überreste einer alten. Protagonistin Katie (Julianne Hough, das naive All-American Girl in "Rock of Ages") ist mit blutigen Händen aus ihrem Haus und schließlich in Richtung Atlanta geflohen. Bei einem Bus-Stopp in Southport, einem malerischen gelegenen, friedlichen Küstenstädtchen in North Carolina, das nicht nur den Sparks-Verfilmungen "Das Lächeln der Sterne" und "Nur mit Dir" als Schauplatz diente, entschließt sich die verängstigte junge Frau zu einem Neuanfang. Ihr Wunsch, für sich bleiben zu können, erfüllt sich zur Freude romantischer Optimisten nicht. Für den charmanten, attraktiven Witwer (Josh Duhamel aus "So spielt das Leben"), der eine niedliche Tochter und einen etwas pflegeintensiveren Sohn hat, ist Katie die erste Frau, die er seit dem Tod der eigenen auf seinem Beziehungsradar wahrnimmt, obwohl die Fremde ihre Distanz wahrt und nichts von ihrer Vergangenheit preisgibt.
Sanftes, gefühlsbetontes Barrierebrechen im Jetzt, häusliche Gewalt in kurzen Rückblenden und die Bedrohung in naher Zukunft durch einen Katie besessen verfolgenden Cop, verschmilzt Hallström, dem fast 20 Jahre Ehe mit Lena Olin Gründe genug für Glücksgläubigkeit liefern, zu einem sympathischen Liebesdrama an schönen, sich auch touristisch empfehlenden Schauplätzen. Sparks-Adaptionen Originalitätsdefizite oder Kitsch vorzuwerfen, ist so überflüssig, wie Stallone-Filme für die Präsenz von Action und Absenz von Dialogbrillanz zu kritisieren. Der vorwiegend weibliche Zuschauer weiß, was er kriegt, und dies, wie die Vorgängerfilme zeigen, in der Regel auch zu schätzen. kob.
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