Dieser elegante und eloquente "circulus amorosus" aus der vital vibrierenden amerikanischen Ostküstenweltstadt macht gute Laune, romantische Stimmung und Lust aufs Leben - vorausgesetzte, man nimmt es mit unaufgeregtem Humor eines Edward Burns. Der junge Independent, Regisseur, Produzent, Autor und Darsteller in Personalunion wie schon bei "Kleine Sünden unter Brüdern" und "She's the One", trifft den federleichten Komödien-Ton spielerisch genau und damit mitten ins Herz eines großen Publikums.
"Voller Stolz gedreht in den USA" setzt Burns als letzte Zeile and Ende der Schlusstitel seines Films, so zu sagen als Krönung der wunderbar ironischen Tonlage des gesamten Films, der sich wie in einem klassischen Konversationsstück luzide, witzige, scharfsinnige, aber auch nicht selten polternde Gedanken über uns Menschen inmitten komplexer Beziehungsgeschichten macht. Der brillanten Dialoge sind mindestens so viele wie in französischen Komödien, doch irgendwie flockiger, taffer, schlagfertiger. Ähnlich wie ein Arthur Schnitzlers seinerzeit kongenial von Max Ophüls verfilmtem "Reigen" gibt es auch in Burns Film lose und wie zufällige Verbindungen der drei Frauen und vier Männer, die sich aufeinander zu, nebeneinander her oder voneinander weg bewegen. So versucht der gerade von seiner Freundin verlassene Tommy, den Burns selbst spielt, ein Date mit der Puertoricanerin Maria zu bewerkstelligen, einer jungen Lehrerin, die ihrerseits von ihrem etwas kindischen Ex-Ehemann auf Schritt und Tritt verfolgt wird. Dieser Benjamin wiederum, Türsteher und Songschreiber, bemüht sich auf den Rat seines Freundes hin um eine sexy Studentin, die als Kellnerin jobbt. Sie hat eine ihrerseits eher unglückliche Affäre mit einem älteren verheirateten Mann - Brittany Murphy aus "Sag kein Wort" und Stanley Tucci aus Woody Allens "Harry außer sich sind ein rührend unpassendes Paar. Der fremd gehende Ehemann, der sich in einem kurzen, selbstbewussten Statement auf sein "europäisches" Verständnis von der Ehe beruft, befindet sich natürlich mitten in der Midlife Crises, was seine von Heather Graham sophisticated und sinnlich gespielte Gattin und Immobilienmaklerin in einen direkten Flirt mit Tommy und in höchst intelligente Überlegungen über die Liebe und das Zusammenleben reibt. Schließlich gibt es da noch den alten Schmieren-Casanova, der Tommy siegesreichere erotische Tips verrät und sich mit 500 von ihm geliebten Frauen brüstet. Mit seinem Kameramann Frank Prinzi ("She's the One") hat Edward Burns auch visuell den lockeren Erzählstil gefunden, indem fast nur aus der Hand gedreht wurde, wodurch der Film eine wunderbare Geschmeidigkeit bekommt. Und die immer wieder auf den New Yorker Straßen gefilmten Statements der Darsteller direkt in die Kamera zum Publikum geben der in nur 17 Tagen abgedrehten Komödie eine animierende Spontaneität und einen mitreißenden Drive. fh.