Vampirfilme haben einen großen Vorzug: sie zeigen die ewige Nacht. Sie haben sogar einen guten Grund dafür, denn bekanntlich bringt das Sonnenlicht allen Blutsaugern den Tod.
So beginnt auch Guillermo Del Toros Sequel zu "Blade" in fahlem grünlichen Licht, in einer heruntergekommenen Klinik. Hier treffen sich die Gestalten des Zwielichts, zerlumpte junge Männer, die ihr Blut verkaufen, um dafür Bargeld zu kassieren.
Wie eine mittelalterliche Festung wirkt diese Blutspendestation, und wie Gefängniswärter das zugehörige Personal.
Unheimliche Ereignisse kündigen sich dort an, auch wenn die Zwischentitel beruhigend verraten, dass es sich bloß um osteuropäisches Flair handelt, um ein Krankenhaus in der schönen Stadt Prag.
Wie sich schnell herausstellt wird dieses Krankenhaus jedoch von Vampiren betrieben, die hier allnächtlich billig an ihr Abendessen kommen. Doch diesmal gibt es Schwierigkeiten: Einer der Blutspender entpuppt sich als seltsames Monster, dem weder Menschen noch Vampire etwas anhaben können. Die Verhältnisse werden in ihr Gegenteil verkehrt, die Mahlzeit geht auf Kosten der Gastgeber.
Das ruft Blade (Wesley Snipes) auf den Plan. Er ist ein Mann zwischen zwei Welten, halb Mensch und halb Vampir. Er kann das Sonnenlicht ertragen und spürt doch die Sehnsucht nach Blut. Er widmet sein Leben dem Kampf gegen die Mächte der Finsternis, speziell gegen Blutsauger aller Art.
Blade hat gerade seinen alten Kumpel Whistler (Kris Kristofferson) wiedergefunden und die beiden haben nichts Dringendes vor: Sie folgen einer Einladung ins Hauptquartier der Vampire. Dort will man Blade engagieren, um jene Monster zu vernichten, die sich von ihrem kalten Blut ernähren.
Nosferatu persönlich bittet darum, und er stellt Wesley für diese Aufgabe einen Spezialtrupp von Kriegern an die Seite. Darunter ist seine eigene Tochter Nyssa (Leonor Varela), deren Schnelligkeit mit dem Schwert nicht das einzige ist, was Blade durcheinander bringt.
Zum ersten Mal arbeitet Blade also mit seinen früheren Feinden zusammen.
Dabei werden Kämpfe mit Fäusten und Klingen in aller visuellen Pracht zelebriert. Wie Tänzer drehen sich die Gegner umeinander, mal in lautloser Eleganz, mal voll roher Wildheit. Die Nacht leuchtet auf, wenn Körper zu Funken zerstieben. Aber das Heer der Bösen ist groß, und Verrat schwächt die Reihen der Guten.
Guillermo Del Toro verändert den Comic im Lauf der Ereignisse fast zu einer griechischen Tragödie - und er beweist, dass die Welt der Vampire mehr Geheimnisse bereithält, als nur ein paar billige Schrecken in morschen Himmelbetten.