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  • Starke Gebrauchsspuren und Kratzer sind möglich, die Funktion ist dadurch nicht eingeschränkt
  • Die Hülle kann deutliche Gebrauchsspuren aufweisen
  • Schuber, Cover, Anleitung sowie weiteres Zubehör können fehlen oder deutliche Gebrauchsspuren aufweisen
  • Gut für den Eigenbedarf geeignet
Beschreibung
Für Nelly bricht eine Welt zusammen: Es ist schon schlimm genug, dass ihr Mann Tim sie verlassen hat, aber dass Tims neue Freundin sie auch noch um ihren Zwei-Millionen-Dollar-Anteil des Lotteriegewinns betrogen hat, ist zu viel. Ihre Freundin Alvirah Meehan kann diese Ungerechtigkeit nicht tatenlos mit ansehen. Sie tüftelt einen raffinierten Plan aus, wie Nelly ihr rechtmäßiges Geld erhält. Doch…  alles kommt anders als erwartet und plötzlich stehen beide vor einer Leiche. Maria Furtwängler, bekannt als niedersächsische „Tatort“-Kommissarin Charlotte Lindholm, beherrscht virtuos alle Stimmen in diesem verzwickten Fall: die der kühnen Hobby-Detektivin, die der schmählich verlassenen Ehefrau sowie die der intriganten Geliebten.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
01.01.2006
Sprache
Deutsch
EAN
9783899408348
Herausgeber
Der Hörverlag
Serien- oder Bandtitel
TV-Kommissare lesen Krimis
Sonderedition
Nein
Autor
Mary Higgins Clark
Auflage
1
Einbandart
Audio CD
Buch Untertitel
Vollständige Lesung
Gelesen von
Sabine Postel

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3.0
Aus 1 Bewertungen zu Kurzer Prozess
Aus 1 Bewertungen zu Kurzer Prozess
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Ein brillantes Gedankenexperiment:Schwächen in der Umsetzung
Mirjam S. - Bewertet am 04.10.2026
Zustand: Exzellent
„Kurzer Prozess“ nimmt eine Idee, bei der ich eigentlich sofort dabei bin: Was wäre, wenn unsere Kindheitsheld plötzlich vor Gericht stünden und sich für die Werte verantworten müssten, die sie uns über Jahre hinweg vermittelt haben? Aladdin als Love-Bomber, Peter Pan als Verantwortungsverweigerer,…  Pumuckl als Ghosting-Pionier oder Dagobert Duck als Vertreter einer problematischen Leistungsethik? Das ist absurd, witzig und gleichzeitig erstaunlich anschlussfähig an aktuelle feministische und gesellschaftliche Debatten. Genau deshalb hatte ich mich auf Edith Löhles zweiten Roman nach „Bible Bad Ass“ sehr gefreut. Meine Meinung Die Grundidee finde ich nach wie vor großartig. Leider konnte mich die Umsetzung diesmal aber nicht annähernd so erreichen. Der Internationale Moralgerichtshof ist ein durchaus cleveres erzählerisches Konstrukt. Er schafft einen Raum, in dem sich ganz unterschiedliche Fragen bündeln lassen: Wie bewerten wir Geschichten, die uns geprägt haben, heute? Was ist der Unterschied zwischen rechtlicher Schuld und moralischer Verantwortung? Wie viel Kontext müssen wir berücksichtigen und wann wird Kontext zur Ausrede? Besonders interessant wird das dort, wo der Roman seine eigene Prämisse wieder infrage stellt. Denn zunächst scheint es verführerisch einfach: Wir nehmen die problematischen Figuren unserer Kindheit, legen ihre Verfehlungen offen und sprechen ein Urteil. Doch je weiter der Prozess fortschreitet, desto deutlicher wird, dass genau dieses Schwarz-Weiß-Denken nicht funktioniert. Auch die feministischen Themen sind vielfältig. Der Roman nimmt sich toxische Männlichkeitsbilder, Care-Arbeit, Schönheitsideale, sexuelle Grenzüberschreitungen, romantisierte Beharrlichkeit, Körpernormen und die gesellschaftliche Erwartung an Frauen vor, sich anzupassen und aufzuopfern. Besonders gelungen finde ich, dass nicht nur die weiblichen Figuren betrachtet werden. Wenn Peter Pan dafür zur Verantwortung gezogen wird, dass seine ewige Unreife auf Kosten anderer geht, wird die Verbindung zu Care-Arbeit und vergeschlechtlichten Verantwortlichkeiten sehr deutlich: „Solange wir die männliche Verweigerung von Verantwortung romantisieren, bleibt Care-Arbeit eine Last auf den Schultern der Frauen.“ (S. 73) An Ideen mangelt es diesem Roman wirklich nicht. Im Gegenteil: Es gibt so viele davon, dass ich mich stellenweise sogar gefragt habe, ob weniger hier mehr gewesen wäre. Feministische Kritik, Popkultur, Medienkritik, Klassismus, Rassismus, Care-Arbeit, Männlichkeit, Körperbilder, Moral und die Frage nach gesellschaftlicher Verantwortung: „Kurzer Prozess“ möchte sehr viel gleichzeitig verhandeln. Vieles davon finde ich relevant und spannend. Nur gelingt es mir nicht immer, die einzelnen Gedanken zu einem organischen liLesefluss zu verbinden, sodass es nicht nur an der Oberfläche kratzt. Vieles wird ausgesprochen, erklärt und teilweise sogar mehrfach benannt. Die Figuren diskutieren die gesellschaftlichen Zusammenhänge, formulieren die feministischen Erkenntnisse und liefern häufig gleich die passende Einordnung mit. Löhles Figuren besitzen eigentlich ein enormes satirisches Potenzial. Und manche Einfälle sind wirklich witzig. Gleichzeitig hat der Humor für mich nicht immer funktioniert. Manche Gags wirkten eher aufgesetzt oder zu bemüht, andere waren mir schlicht zu flach. Auch die Handlung um Reha, Lexi und das Team des Moralgerichtshofs konnte mich emotional nicht so erreichen, wie ich es mir gewünscht hätte. Gerade Reha hätte als Figur großes Potenzial: Sie ist Chefanklägerin, trägt ihre eigene Geschichte mit sich und muss im Verlauf des Romans feststellen, dass die moralischen Fragen, die sie bei anderen verhandelt, auch ihr eigenes Leben betreffen. Besonders deutlich wird das, als sie erkennt, dass sie selbst längst in den Widersprüchen steckt, die sie zuvor bei ihren Held kritisiert hat. Denn genau hier liegt eigentlich die spannende Frage: Was machen wir mit der Erkenntnis, dass wir selbst widersprüchlich sind? Dass wir problematische Geschichten geliebt haben können, ohne deshalb alle ihre Werte übernommen zu haben? Dass Menschen Fehler machen und trotzdem nicht auf eine einzige moralische Eigenschaft reduziert werden können? Zum Ende hin findet „Kurzer Prozess“ darauf auch eine Antwort, die ich grundsätzlich sehr sympathisch finde: Moral soll eben nicht zu einem starren Regelwerk werden. Das ist für mich die Kernaussage des Romans. Fazit Diese Rezension fällt mir auch schwerer, als ich zunächst gedacht hätte. Denn ich möchte ausdrücklich sagen: Ich finde die Idee dieses Romans weiterhin richtig gut. Ich sehe, was Edith Löhle damit machen möchte, und ich finde viele der Fragen, die sie aufwirft, wichtig. Nur hat mich der Roman sprachlich und in seiner konkreten Umsetzung leider nicht erreicht. Für mich blieb vieles zu sehr an der Oberfläche und wirkte stellenweise konstruiert. Wer Freude daran hat, bekannte Kindheitsfiguren aus einer feministischen und gesellschaftskritischen Perspektive neu zu betrachten, wird hier vermutlich viele spannende Gedanken und Anknüpfungspunkte finden. Für mich bleibt am Ende allerdings vor allem die Erkenntnis, wie viel Potenzial in dieser Ausgangsidee steckt und der Wunsch, dass der Roman dieses Potenzial literarisch noch stärker ausgeschöpft hätte.
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