Ryan Cooglers Regiedebüt erzählt erschütternd und nach einer wahren Geschichte vom letzten Tag eines jungen Afroamerikaners, der von einem weißen Cop erschossen wurde.
Die Bilder, aufgezeichnet von den Handys vieler Zeugen, gingen Anfang 2009 um die Welt, dokumentierten, wie übermotivierte und überforderte Cops den 22-jährigen Oscar Grant samt einiger Freunde am Morgen des 1. Januar 2009 aus der U-Bahn zerrten, die aufgebrachten Afroamerikaner abzuführen versuchten, bis ein Schuss aus einer Polizeiwaffe eine tragische Zäsur herbeiführte. Coogler setzt diese Bilder totaler Fassungslosigkeit an den Beginn seines Films und weitere Originalaufnahmen von einer Gedenkfeier für Grant an dessen Ende. Dazwischen sieht man die letzten 24 Stunden in einem alles andere als perfekten, aber unbestreitbar kostbaren Leben, das sich vielleicht nie zum Besseren gewendet, aber doch zumindest die Chance dazu gehabt hätte.
"Fruitvale Station" vermischt Fiktives und Authentisches, zeigt diesen letzten Tag exklusiv aus Grants Perspektive, ohne ihn heilig zu sprechen oder die Cops übertrieben zu dämonisieren. Es ist ein Film, der Anspannung und Aggression auf beiden Seiten, aber auch eine unbegreifliche, rassistisch motivierte Überreaktion zeigt. Bis heute ist strittig, was genau den die Cops alarmierenden Streit im U-Bahnwagen auslöste und wie viele Personen involviert waren, sicher aber ist, dass sich die Polizei für die weißen "Mittäter" nicht interessierte. Hier bleibt "Fruitvale Station" nah an der Wahrheit, dokumentiert die absolute Sinnlosigkeit dieses Todes. Coogler nimmt sich dramatische Freiheiten, um Sympathie für Grant zu wecken. Nicht alles davon, besonders sein Mitgefühl für einen überfahrenen Hund, wäre nötig gewesen, denn man erkennt auch so die unterschiedlichen Facetten in diesem Mann, der ein liebevoller Vater und Sohn sein konnte, aber auch Drogen vertickte und mit Gewalt vertraut war.
Visuell ist diese Sundance-Premiere unauffällig, aber emotional packt sie mit ihrer finalen Intensität, mit den Darstellungen von Michael B. Jordan, Octavia Spencer (als Grants Mutter) und Melonie Diaz (als Grants Freundin) und subtilen Beobachtungen über das alltägliche Unbehagen zwischen Schwarz und Weiß, aber auch die kleinen menschlichen Momente, die es auflösen können. kob.
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