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★★★★★
☆☆☆☆☆
Brillante Erzählung einer Familiengeschichte
Marvin N. - Bewertet am 04.05.2024
Zustand: Exzellent
Das Buch 'Treibgut' ist eine brillante Erzählung einer Familiengeschichte, derer Geheimnisse und die Auswirkung der Geheimnisse auf familiäre Beziehungen.
Adrienne schreibt mit einer starken emotionalen Wirkung - und dennoch fließt ihre Geschichte mühelos sodass ich das Buch nicht mehr aus der… Hand legen wollte. Eine Sache, die ich an Adriennes Schreibstil schätze, ist ihre Authentizität. Adrienne kennt Menschen, sie kennt Familien, und sie versteht Geheimnisse und ihre Auswirkungen auf diejenigen, die man liebt. Ihre Charaktere sind schön, nahbar, natürlich und tragisch gezeichnet. Die Geschichten der Charaktere, ihre inneren Kämpfe, ihre Konflikte fühlen sich auf vertraut an.
Das Setting des Buches ist in Cape Cod war. Adrienne schafft es diese Atmosphäre zu transportieren sodass man förmlich das Salz riechen und die Wellen hören kann. Das Tempo der Erzählung ist genau richtig, und ich habe jedes faszinierende Wort genossen.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Ein nächstes Jahreshighlight!
Vanessa B. - Bewertet am 18.04.2024
Zustand: Exzellent
Ehrlicherweise hätte ich den Weg zu diesem Buch ohne die Leseprobe und ein anschließendes Rezensionsexemplar wohl eher nicht gefunden. Aber wie FROH bin ich, dass es so gekommen ist. Das Buch hat mich richtig begeistert und reiht sich in meine bisherige TOP 5 für dieses Jahr ein.
Bei „Treibgut“… handelt es sich um einen Familienroman und wir begleiten die einzelnen Charaktere in wechselnden Perspektive (was ich sehr liebe). Wir haben zum einen Adam, einen bald pensionierten Walbiologen, der zum einen an einer bipolaren Störung und zum anderen unter seiner drohenden Bedeutungslosigkeit leidet. Seine Kinder Abby (eine Künstlerin, die bald ihr erstes Kind erwartet) und Ken (erfolgreicher Immobilienunternehmer mit einer kriselnden Ehe) haben eine komplizierte Beziehung zueinander, aber auch zu ihrem Vater. Hinzu kommen Steph, deren eigene Familie durch ein enthülltes Geheimnis durcheinandergebracht wird, und Jenny als Kens Ehefrau und Abbys beste Freundin.
Klingt viel und komplex, ist es auch. Aber die Autorin schafft es, dass Lesende den Faden nicht verlieren, sondern in die Handlung hineingezogen werden. Die beiden Männer struggeln nicht nur mit ihren eigenen Problemen, sondern auch mit der sich verändernden Welt, welche die Machtposition von Männern hinterfragt. Mit ihrer dargestellten Grandiosität und der Ablehnung von Gesprächstherapie oder Unterstützung im Allgemeinen erfüllen sie einige (realistische) Klischees. Ich fand die beiden fast durchgängig schwer zu ertragen und konnte dennoch an einigen Stellen durch geschickt geschriebene Ambivalenz mit ihnen mitfühlen. Die Frauenfiguren waren mir deutlich sympathischer. Sie alle kämpfen sich in irgendeiner Form frei - mal von kleineren, mal von größeren Abhängigkeiten - und stehen zudem auch zueinander in komplexen, aber gesunden Beziehungen. Im Laufe der Handlung lernen wir, dass besonders die Geschwisterbeziehung von Ken und Abby weit düsterer ist, als es zu Beginn scheint. Hier werden Geschehnisse angedeutet, die mir den Magen umgedreht haben.
Ein besonderes Highlight war Adams Geburtstagsparty kurz vor Schluss. In diesem Kapitel fließen nämlich alle Perspektive ineinander und überlagern sich. Dadurch bekommt dieser inhaltliche Höhepunkt noch einmal ein ganz spezielles Tempo.
Großartig verstrickter Roman mit vielschichtigen Figuren und spannenden Entwicklungen bis zum Schluss. Ich habe ihn sehr geliebt und hatte ein kurzweiliges Lesevergnügen mit ihm.