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★★★★★
☆☆☆☆☆
Verliert unterwegs den Schwung
Katharina D. - Bewertet am 25.09.2022
Zustand: Exzellent
„Ich verliebe mich so leicht“ ist ein kleines Büchlein. Wirklich klein, wenn man bedenkt, dass von den angegebenen 128 Seiten ganze 76 mit Text bedruckt sind, der die Geschichte voranbringt.
Die Geschichte an sich hat mich anfangs sehr neugierig gemacht. Ein Mann, der nur als „unser Held“… bezeichnet wird und dessen Namen man nicht erfährt, hat sich ganz offensichtlich in eine Verliebtheit hineingesteigert.
Die distanzierte Erzählweise führt allerdings dazu, dass man eher aus der Ferne beobachtet, wie die Protagonisten, die Heldin und der Held, miteinander umgehen. Die beiden wirken ziemlich ratlos. Letztendlich war ich als Leserin selbst ratlos und habe mich beim Zuklappen des Buches gefragt, was ich nun eigentlich daraus mitnehme.
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☆☆☆☆☆
Ein Mann, der kein "Nein" versteht
Julia P. - Bewertet am 13.09.2022
Zustand: Exzellent
Der Roman „Ich verliebe mich so leicht“ von Hervé Le Tellier macht erst einen spannenden Eindruck: ein einsamer, reflektierter Mann, der darüber nachdenkt, wieso er sich immer zu schnell verliebt; eine feinfühlige Geschichte über die Liebe; eine Frau, die weiß, was sie will; die wilde Landschaft der… schottischen Highlands… Leider geht es in der Kurzgeschichte einfach nur um einen älteren Mann, der zum wiederholten Mal die Abweisung einer jüngeren Frau nicht gelten lassen will. Die Geschichte wird auch nur aus seiner Sicht erzählt. Dieser Mann ist kein Held, kein unglücklich Verliebter, sondern ein aufdringlicher Kerl, der kein „Nein“ versteht. Letztlich finde ich den Roman nicht „geistreich“ und „feinfühlig“, sondern einfach belanglos und langweilig.
Eines muss man dem Buch zu Gute halten: Der sprachliche Stil und die Erzählperspektive hat mir sehr gut gefallen.
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☆☆☆☆☆
Verwunderlich...
Katharina K. - Bewertet am 13.09.2022
Zustand: Exzellent
Nach dem Riesenerfolg von Die Anomalie kommt "Ich verliebe mich so leicht" verwunderlich daher. Ein Mann um die 50 reist durch Europa, um seine zwanzig Jahre jüngere Geliebte zu treffen. Diese ist gebunden und scheinbar nicht wirklich darüber erfreut diesen Mann zu treffen. Er möchte sie davon… überzeugen, sich für ihn zu entscheiden, doch schlussendlich muss er einsehen, dass diese zarte Pflanze von Liebe keine Zukunft haben kann.
Der Erzählstil von Hervé Le Tellier ist zunächst gewöhnungsbedürftig. In der gesamten Erzählung gibt es keine wörtliche Rede und die Protagonisten werden als „unser Held/unsere Heldin“ bezeichnet. Dadurch wird eine gewisse Distanz erzeugt und der Leser kann keine direkte Identifikation mit den Personen aufbauen. Der Held – also der Mann als Hauptprotagonist erscheint dadurch beliebig austauschbar. Alle Figuren bleiben das gesamte Buch hinweg seltsam fremd und unnahbar. Der Held möchte vor allem seine eigenen Bedürfnisse gestillt wissen und drängt sich der Heldin förmlich auf. Hier muss der Leser selbst entscheiden, ob in der Liebe wirklich alles erlaubt ist oder ob es schon in Richtung Stalking driftet.
Das große Thema der Liebe ist in diesem Roman zwar omnipräsent, bleibt aber dennoch oberflächlich und unausgereift. Die Handlung plätschert meiner Ansicht nach die gesamte Zeit nur so dahin und erreicht keinerlei Tiefe. Am Ende bleibt der Leser ratlos zurück. Von mir gibt es allein schon vom Preis-Leistungs-Verhältnis keine Kauf- und Leseempfehlung.
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☆☆☆☆☆
Inhaltlich enttäuschend
Christian B. - Bewertet am 06.09.2022
Zustand: Exzellent
Der Roman oder eigentlich die Kurzgeschichte „Ich verliebe mich so leicht“ fängt recht vielversprechend an, ein Zitat von Flaubert als literarisches Motto lässt auf angenehme Unterhaltung hoffen. Genau das bietet die Geschichte auch, aber nicht mehr. Der schon etwas ältere Herr reist einer jungen… Frau hinterher, obwohl ihm eigentlich klar ist, dass ihre kurze Beziehung für sie nur ein peinlicher Ausrutscher war. Aus Höflichkeit trifft sie sich mit ihm, doch am Ende muss er unverrichteter Dinge abreisen. Letztendlich haben wir hier doch nur die Geschichte eines Mannes, der ein „nein“ nur schwer akzeptiert. Ich gebe dem Buch drei Sterne, weil es mir sprachlich ganz gut gefällt, inhaltlich bietet es keine Überraschungen. Das Buchcover gefällt mir nicht, vor allem nicht der Verweis auf den Bestseller des Autors als Käuferfang.