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★★★★★
☆☆☆☆☆
"Mängelexemplar" ohne Mängel
Anastasia S. - Bewertet am 13.03.2025
Zustand: Gut
Das Buch hatte wahrscheinlich wegen des Stempels "Mängelexemplar' einen so niedrigen Preis (mehr als die Hälfte reduziert). Allerdings ist das Buch meiner Meinung nach 1A, ich konnte keine Mängel finden und mich stört der Stempel an der Außenseite des Buches nicht.
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☆☆☆☆☆
Anspruchsvolle Lektüre mit aktuellem Thema
Miriam G. - Bewertet am 19.05.2021
Zustand: Exzellent
Hani, Kasih und Saya sind drei junge Frauen, die gemeinsam im von der Erzählerin als Ghetto bezeichneten Plattenbau aufgewachsen sind und auch über die schwere Kindheit Freundinnen – oder eben Kameradinnen – geblieben sind. Alle drei haben einen Migrationshintergrund und sind regelmäßig… Alltagsrassismus und offenen Anfeindungen ausgesetzt. Während sich Hani und Kasih (die Erzählerin) damit auf den ersten Blick abgefunden zu haben scheinen, kämpft Saya offen und energisch gegen Rassismus und gerät dadurch auch in brenzlige und nicht ungefährliche Situationen. Eine dieser Situationen wird von der Erzählerin detailliert beschrieben – der Brand in einem Flüchtlingsheim, mit dem Saya in irgendeiner Weise zu tun haben scheint.
Die Erzählerin Kasih springt dabei in ihrer Geschichte immer wieder zwischen Kindheit, jüngerer Vergangenheit und den aktuellen Geschehnissen. Zudem wird auch der Prozess des Schreibens der Geschichte immer wieder thematisiert. Durch die vielen Zeitsprünge fällt es somit als Leser manchmal schwer, die Geschichte zu verfolgen. Hinzu kommt ihre Unzuverlässigkeit als Erzählerin: Sie verschweigt dem Leser Dinge in voller Absicht, verdreht Tatsachen und gibt offen zu, dass sie sich Teile nur ausgedacht hat. Dieser Erzählstil ist wirklich sehr besonders und interessant.
Generell schildert Kasih ihr Leben und die Probleme des Alltags sehr schonungslos. Tagtäglich ist sie als Frau mit Migrationshintergrund Rassismus ausgesetzt. Ich kann die Lektüre deswegen sehr empfehlen, weil sie auch den Blick auf das eigene Verhalten schärfen kann und so dabei helfen kann, Vorurteile und festgefahrene Ansichten zu überwinden.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Lässt einen die eigenen Privilegien Überdenken
Sophie L. - Bewertet am 28.04.2021
Zustand: Exzellent
Es geht um die drei Freundinnen Kashi, Saya und Hani, die zusammen aufgewachsen sind und mittlerweile ihr eigenes erwachsenes Leben führen, aber immer noch durch ihre Freundschaft verbunden sind. Anlässlich der Hochzeit einer gemeinsamen Bekannten verbringen sie einige Tage miteinander, von denen… die Ich-Erzählerin Kashi berichtet. Es gibt aber auch immer mal wieder Rückblicke in die Vergangenheit der drei. Eine zentrale Rolle spiel ein Prozess um eine Nazi-Gruppierung, die stark an den NSU erinnert. Immer wieder tauchen aber auch die Erfahrungen der drei mit Alltagsrassismus auf.
Die Ich-Erzählerin Kashi spricht die Leser:innen direkt an, was das ganze fast wie ein literarisches Theaterspiel wirken lässt. Man fühlt sich als stehe Kashi auf einer Bühne, erzählt ihre Geschichte und macht den weißen Zuschauer:innen deutlich wie privilegiert sie sind.
So wird man als Leser:in dazu angeregt über die eigenen Privilegien nachzudenken und auch sein eigenes Denken und Handeln zu reflektieren. Die Autorin spielt mit Vorurteilen und annahmen gegenüber den Leser:innen, wie sie auch die Protagonistinnen des Buches immer wieder erfahren.
Es werden wichtige und aktuelle politische Themen behandelt, über die man als weiße:r Leser:in einiges lernen kann.
Das Buch ist allen Menschen ans Herz zu legen, da man sich viel mehr mit solchen wichtigen Themen beschäftigen sollte. Zudem bietet das Buch durch einen angenehmen Schreibstil und Spannungsaufbau ein wahres Lesevergnügen mit Nachhall.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Genervt, begeistert, beklommen...
Heike R. - Bewertet am 13.04.2021
Zustand: Exzellent
Hier bin ich total unentschlossen, wie ich dieses Buch finde.
Ich finde es nervig, da es mich als Leser, als weißen Leser angreift. Völlig unnötig, finde ich. Ich kann doch nichts dafür weiß zu sein. Und dagegen unternehmen kann ich auch nichts.
Ich finde es aber auch großartig, der… Schreibstil ist frech, erfrischend. Es gibt nette Passagen über Freundschaft, es gibt viel Humor. Die drei Freundinnen sind sympathisch beschrieben, ich verbringe gerne Zeit mit ihnen.
Ich finde das Buch schrecklich, aufrüttelnd. Gibt es in Deutschland wirklich so viel Alltagsrassismus? Bestimmt. Merke ich das als Weiße? Nein...
Das macht mich betroffen.
Müssen nicht-weiße tatsächlich um ihr Leben fürchten? Warum vertrauen sie der Feuerwehr nicht? Warum springen sie lieber? Das finde ich völlig unverständlich.
Dieses Buch macht etwas mit mir. Es ist kein Wohlfühlbuch, keine Geschichte, in die man gemütlich eintaucht und wo es einem gut geht. Das Buch lässt mich ziemlich ratlos zurück. Genervt und betroffen. Und ich schäme mich ein wenig weiß zu sein, ohne jemals patriotisch, rassistisch, diskriminierend gewesen zu sein.