Was tut man nicht alles für die Liebe? Man denkt sich die tollsten Geschenke aus, ist bei der Körperpflege noch einen Tick sorgfältiger als sonst und kreiert die leckersten Sieben-Gänge-Menüs, obwohl man eigentlich gar nicht kochen kann. Doch Fred, der vom "bewegten Mann" Til Schweiger gespielte Titelheld in Anno Sauls frech-frivoler Beziehungskomödie, geht sogar noch einen Schritt weiter.
Um das Herz der schönen, wenn auch etwas zickigen Mara (superb: Anja Kling aus Bully Herbigs "(T)Raumschiff Surprise") erobern zu können, macht der hemdsärmelige Polier Fred einen auf behindert. Und das kommt so: Maras rundum verwöhnt-verzogener Sohnemann bildet sich unbedingt einen von seinem Lieblings-Basketballer handsignierten Ball ein. Und der wird in der Regel am Ende des Spiels auf die Behindertentribüne geworfen.
Also lässt sich Fred von seinem Kumpel Alex (amüsanter Sidekick: Jürgen Vogel) im Rollstuhl in die Arena schieben und hofft, den heiß begehrten Ball zu ergattern, um seinen Sohn in spe gefügig und Mara glücklich zu machen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Fred fängt zwar die Kugel, doch jetzt soll er als Protagonist für eine Doku über Behinderte herhalten.
Damit beginnt für den liebestollen Mann vom Bau ein turbulentes Doppelleben, das zwar von vielen Notlügen und charmanten Schwindeleien bestimmt wird, am Ende aber für (fast) alle Beteiligten Aufregendes, Versöhnliches und Überraschendes bereithält.
Nach "Barfuß" steht Hollywood-Heimkehrer Til Schweiger einmal mehr im Zentrum einer klassischen Romantic Comedy, die aber neben Romantik ganz besonders auf Slapstick-Humor und Situationskomik setzt. Während Christoph Maria Herbst alias "Stromberg" als "echter" Behinderter für die Lacher sorgt, darf Alexandra Maria Lara ("Der Untergang") als eifrige Journalistin Til Schweiger, der seinen Part mit viel Selbstironie anlegt, immer näher kommen.
Und wenn am Schluss jeder Topf sein Deckelchen gefunden hat, dann verlässt man das Kino garantiert mindestens mit einem Lächeln auf den Lippen.
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