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Der Umwelt zuliebe
Beschreibung
Daß Quentin Tarantinos Erfolg nicht ohne Folgen bleiben würde, war zu erwarten. Sein "Pulp Fiction" hat den Gangster-Comic-Film salonfähig gemacht. In dieser Genre-Ecke bewegt sich auch Gary Fleders bemerkenswerter Regie-Erstling. Mit einigen gravierenden Unterschieden allerdings. Zwar tragen die Mitglieder seiner Denver-Gang durchaus comichaft-stilisierte Züge, doch bleibt Fleder in seiner Figurenzeichnung sehr viel "realistischer", karikiert nicht durch Überzeichnung wie Tarantino, läßt seinen subtilen Humor dem Zuschauer nicht wie einen Preßlufthammer in die Magengrube fahren. Vor allem aber steht im Mittelpunkt der Handlung "Jimmy the Saint" (Andy Garcia) als wahrlich edler Gauner. Er macht seinem Namen alle Ehre, ist kultiviert, gebildet und stets bestrebt, Gutes zu tun. Eigentlich hat er das Gangsterleben hinter sich gelassen, versucht sich mit einem "Afterlife Advice"-Videoservice als seriöser Geschäftsmann und verliebt sich in Dagney (Gabrielle Anwar), die Frau seines Lebens. Doch leider hat ihn sein böser früherer Boß (grandios fies: Christopher Walken) am Wickel und zwingt ihn zu einem letzten Auftrag. Jimmy mobilisiert seine alten Freunde, vier mehr oder minder psychotische Ex-Gangies, die auf unterschiedlich skurrile Arten ihr Leben fristen. Doch das alte Team funktioniert nicht mehr, einzig Jimmy fungiert als Verbindungsglied zwischen den auseinanderdriftenden früheren Bundesgenossen. Also vermasseln sie den Auftrag und werden vom Big Boss zum Abschuß freigegeben. 48 Stunden bleiben Jimmy the Saint, sich und seine Jungs in Sicherheit zu bringen. Er versucht alles, um seine Freunde zu retten und seine Liebe nicht zu verlieren. Ein Wettlauf mit der Zeit, den er nicht gewinnen kann, denn gnadenlos nimmt der Hitman des Bosses seine Arbeit auf. Doch Jimmy verschafft sich einen ganz eigenen Abgang und hinterläßt ein ungewöhnliches Testament. Eine besonders gelungene Mischung aus guten Actionszenen, stimmigen Dialogen und einer unglaublich schönen Romanze heben "Things to Do in Denver..." weit über den Rahmen der üblichen Thriller-Ware hinaus. Seine Wirkung verdankt der Film in allererster Linie einem exzellenten Andy Garcia, auf dessen verhalten-intensive Darstellung von wahren Gefühlen in einer schlechten Welt man sich nur allzu gerne einläßt. Auch Gabrielle Anwar überzeugt an seiner Seite in einer eher kleinen Rolle, ebenso die durchweg hervorragende Gang-Crew. Erfrischende Bilder liefert der "unverbrauchte" Drehort Denver, und in den kurzen Ausblicken ins Leben der vier Gauner steckt viel Witz und Liebe zum Detail. Dabei scheint Gary Fleder zwar bisweilen zu sehr bemüht, alles "richtig" zu machen. Doch das ist ein Fehler, den man einem Erstling nur zu gern verzeiht. boe.
Andy Garcia, Christopher Lloyd, William Forsythe, Bill Nunn, Steve Buscemi, Gabrielle Anwar, Christopher Walken, Treat Williams, Jack Warden, Fairuza Balk, Michael Nicolosi, Bill Cobbs, Marshall Bell
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