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Vom bürgerlichen Zeitalter zur Globalisierung

Mario Kessler (Unbekannter Einband, Deutsch)

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Beschreibung
Für die Arbeiterbewegung scheint das Wort zu gelten, mit dem Marx seine Gegner bedachte: Es hat eine Geschichte gegeben, aber es gibt keine mehr. Doch schon wenn man den Blick von Europa ab- und auf weite Teile der früher als Dritte Welt bezeichneten Länder hinwendet, wird klar: Die harten sozialen Auseinandersetzungen haben keineswegs aufgehört. Vielmehr nehmen sie an Breite und Tiefe zu. Die sozialen Emanzipationsbewegungen der Gegenwart, so in Lateinamerika, sind jedoch eher Bewegungen der unteren Mittelklassen und der Bauern als des klassischen Industrieproletariats. Eine Arbeiterbewegung mitsamt ihrem politischen und kulturellen Selbstverständnis ist heute nur noch ein Teil der weltweiten Sozialbewegung, die um die grundlegende Humanisierung der Lebensbedingungen abhängig Beschäftigter (oder nicht mehr Beschäftigter) kämpft. Der Zerfall des kommunistischen Weltsystems zeigte zudem, daß die Arbeiterklasse (marxistisch gesprochen) nur „negativ" ihre „historische Mission" erfüllen kann: Sie war, wie marxistische Theoretiker anderthalb Jahrhunderte betonten, in der Tat die aktivste politische Kraft bei der Überwindung der alten Ordnung.Nur stand am bisherigen Ende dieser Entwicklung die Restauration der bürgerlichen Gesellschaft auch in Osteuropa. Ihre „positive Mission" der Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft konnte die klassische Industriearbeiterschaft nicht leisten. Historisch wäre jedoch ohne ihre politische Aktivität – und darin besteht ein guter Teil der Leistung der Arbeiterbewegung – die bürgerliche Demokratie seit 1848 weder durchgesetzt noch durch eine soziale Demokratie untermauert worden. Die Arbeiterbewegung verhinderte vor allem – welthistorisch gesehen – eine historisch langandauernde Allianz der Bourgeoisie mit den Kräften des Faschismus. Als gesellschaftlich entscheidende Klasse, die den Kapitalismus historisch beerben würde, ist jedoch ihr einstiger Träger, das Industrieproletariat, aus der Geschichte verschwunden.Im weltweiten gesellschaftlichen Wandel, der mit Begriffen wie Informationsgesellschaft und Globalisierung angedeutet sei, entsteht indes eine neue, weit über die proletarischen Kernschichten hinausreichende Klasse an Nichtbesitzern von Produktions- und Informationsmitteln. Sie, nicht allein die klassische Industriearbeiterschaft, bildet die neue Arbeiterklasse. Zu ihr gehören, der sozialen Lage nach, auch abhängig Beschäftigte im Sozial- und Dienstleistungswesen, aus dem Wissenschaftsbetrieb entfernte oder nie in ihn hineingelangte Angehörige der Intelligenz oder jene, sich selbst ausbeutenden Kleineigentümer und Scheinselbständigen, die vom großkapitalistischen Geschäft abhängig sind. Die materielle Existenz all dieser Teile der Gesellschaft ist oft kaum besser, meist schlechter als die der klassischen Industriearbeiter. Das Wort von der „Wiederkehr der Proletarität" (so Karl-Heinz Roth) macht also Sinn. Doch auch das bürgerliche Zeitalter geht, nach einem langen historischen Prozeß, zumindest kulturell zu Ende:Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verdrängte, und zwar keineswegs nur in Deutschland, der imperialistische Bourgeois wirtschaftlich wie kulturell den „Bürger" von Besitz und Bildung. Die kulturellen Organisationen der Arbeiterbewegung suchten das, wie sie es nannten, progressive bürgerliche Erbe zu bewahren. Sie verbanden sich jedoch nur selten mit den modernen Strömungen der Kunst, sondern waren oft traditionalistisch. Von daher rührt ein Teil der Probleme linker Intellektueller in der Arbeiterbewegung, keineswegs nur in ihrem kommunistischen Zweig. Der europäische Faschismus trat an, um die Arbeiterbewegung und ihre Kultur ebenso zu vernichten wie die linksbürgerliche Avantgarde-Kultur, die nicht selten jüdisch geprägt war. Der Faschismus wurde geschlagen, seine Ziele hat er aber teilweise erreicht: Die bürgerlich-jüdische Kultur im Westen existiert nur noch in Rudimenten, die jüdische Arbeiterbewegung in Osteuropa wurde mitsamt ihren Trägern ausgelöscht.Was trat an die Stelle der Bürger- wie der Arbeiterkultur? Man hat es heute, so Hans Mayer in einem seiner letzten Texte, „mit der Bewußtseinshaltung eines universellen Kleinbürgertums zu tun. Freilich mit erschreckend großen Gegensätzen zwischen lächerlichem Überreichtum und schierer Armut. Vereint aber im Bewußtsein,. daß es eine Gemeinsamkeit der Lebensformen und Lebenserwartungen gibt, die den Reichen mit dem Hungerleider in Form eines gemeinsamen Lebenssinns verbindet." Für ein sozialistisches Klassenbewußtsein ist darin kein Platz. Ist die Geschichte der Arbeiterbewegung nur noch ein Erbe, das man, wie es das bürgerliche Erbrecht vorsieht, ausschlagen kann?Den zahlreichen Grabgesängen auf den Sozialismus folgte nach 1989 kaum eine zureichende historische Verortung jener Kraft, deren politische Geschichte so eng mit der Idee des Sozialismus verbunden war: der Arbeiterbewegung. Als Teildisziplin historischer Forschung verschwand die Geschichte der Arbeiterbewegung weitgehend aus dem Kanon des Faches. Wer nun in der Universität Karriere machen wollte, tat gut daran, sich der Erfolgsgeschichte der Großbourgeoisie zuzuwenden und die soziale Frage aus den historischen Untersuchungen möglichst auszuklammern. Dies gilt zumal für das so schlecht vereinigte Deutschland, in dem kaum ein Historiker (auch kein etablierter, der risikolos forschen konnte) es mehr wagte, die Geschichte der europäischen Arbeiterbewegung zum Schwerpunkt seiner Forschung zu machen. Zwei wichtige neuere Werke zur Geschichte des europäischen Sozialismus, die in England und den USA entstanden, zeigen den Vorsprung der angelsächsischen Geschichtswissenschaft wie den dringenden Nachholbedarf deutscher Historiker. Zunächst bedarf es einer Selbstbesinnung über Leistungen und Grenzen der Arbeiterbewegung in ihren verschiedenen Phasen und an verschiedenen Orten. Nicht zuletzt bedarf es der Besinnung darauf, daß die klassische Arbeiterbewegung des bürgerlichen Zeitalters eine politische und soziale Emanzipationsbewegung ebenso wie eine große Kulturbewegung war, die sich gegen Nationalismus, Antisemitismus und Zurücksetzung der Frau in der Gesellschaft wandte und nur in ihrem Zusammenwirken von Proletariern und Intellektuellen begriffen werden kann. Die folgenden, zu verschiedenen Anlässen meist 2004 und 2005 entstandenen Vorträge und Aufsätze wollen einer solchen Besinnung dienen. Sie ordnen sich drei Themenkreisen zu, die innerhalb der deutschen Linken (so vage dieser Begriff sein mag) politisch diskutiert werden und schon deshalb der wissenschaftlichen Fundierung bedürfen: dem Verhältnis der Arbeiterbewegung zum Antisemitismus, dem Platz politischer Intellektueller in der Arbeiterbewegung, schließlich Fragen des Gesellschaftsdenkens in der Arbeiterbewegung zwischen Kaltem Krieg und Globalisierung. So fragmentarisch diese Überlegungen sein mögen und müssen, so gilt doch für sie hoffentlich, was Joachim Perels einst einer ähnlich gelagerten Aufsatzsammlung von Wolfgang Abendroth voranstellte, dessen Sozialgeschichte der europäischen Arbeiterbewegung noch immer eines Nachfolgers in Deutschland harrt: „Die Geschichte und Theorie der Arbeiterbewegung. ist für die gegenwärtige politische Situation weiterhin bedeutsam. Für die politischen und sozialen Kräfte, die sich nicht als bloßer Ordnungsfaktor der kapitalistischen Gesellschaft verstehen, bildet die tätige Aneignung der historischen Erfahrungen und theoretischen Fragestellungen der sozialistischen Arbeiterbewegung eine wesentliche Voraussetzung ihrer Praxis."
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
10.10.2005
Sprache
Deutsch
EAN
9783896262790
Herausgeber
trafo
Serien- oder Bandtitel
Hochschulschriften
Sonderedition
Nein
Autor
Mario Kessler
Seitenanzahl
205
Auflage
1
Einbandart
Unbekannter Einband

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