Autorenporträt
Manfred Pielmeier: Mensch und Werk
Manfred Pielmeier wurde am 18.10.28 in Haselmühl bei Amberg (heute von der benachbarten Gemeinde Kümmersbruck einverleibt) geboren. Nach einer kurzen – weil sie vom Krieg, der den 16jährigen als Flakhelfer benötigte und ihn in die Gefangenschaft brachte verkürzt wurde – sorgenlosen Kindheit und frühen Jugend konnte er unter nicht ganz leichten Lebensbedingungen im Nachkriegsdeutschland Germanistik und Jura weiter studieren und wurde zum Lehrer. 1958 zog er nach Herrsching am Ammersee wo er seinem Beruf nachging und nebenbei für 28 Jahre Mitglied des Gemeinderates seitens der SPD wurde.
Jedoch vernachlässigte er auch seine Berufung als Journalist und Schriftsteller nicht: Er schrieb heimatgeschichtliche Beiträge für die Süddeutsche Zeitung, für die Münchner Palette oder für die archenoah und schrieb die Texte für anspruchsvollen Bildbände wie „Oberbayern“, „München“ oder „Tafern- und Klostergaststätten in Bayern“, die von dem Fotografen Gregor M. Schmid hervorragend illustriert wurden. Er schrieb Theaterstücke wie „Ich heiße Irene Haller – und Du?“ oder „Das Wahnsinnsspiel“ (mit Peter Heusch) und Kabarettszenen für die „Poli-Tak-Tik“ und das „Montagsbrettl“. Und er schrieb Gedichte und Kurzprosastücke, die zum Teil in den Bänden „Sträfliche Freiheit und andere Geschichten“ (1996), „Vor der Kulisse. Theater- und Kabarettszenen“ (1997), „Off ist nicht gleich Out“ (mit Radu Barbulescu) erschienen sind. Vor kurzem erschien auch sein Roman, „Der Träumer“.
Seine Heimatverbundenheit, die aus seinen Werken für die Zeitungen und Zeitschriften, aus seinen „Haselmühl und andere Jugenderinnerungen“ oder aus den Bildbänden und Monographien hervorsticht, muß aber nicht täuschen: Manfred Pielmeier liebt seine Heimat, aber er ist nie blind, taub oder stumm gegenüber den negativen Aspekten gewesen, sei es in der Politik oder in der Wirtschaft, die genau die Liebenswürdigkeit, die Schönheit und den Frieden des Lebens im oberbayerischen Raum bedrohen. Bände wie „Lokal-Termin: Andechs“ oder „Angriff auf die Demokratie. Schizophrenie als Geisel der Menschheit“ zeigen in wie weit wirtschaftlicher Unfug hinter der liebenswürdigen Fassade des klösterlichen Bräubetriebes auf dem Heiligen Berg betrieben wird und in wie fern dunkle politischen Hinterlassenschaften nicht nur das gegenwärtige, sondern auch das zukünftige Leben in Deutschland bedrohen. Eine der Konsequenzen, die Manfred Pielmeier für sich selber gezogen hat, ist zum Beispiel sein Austritt, nach der Einführung der Harz IV-„Reform“, aus der jahrzehnten langen Mitgliedschaft in der SPD. Konsequent mit der Antwort, die er auf die Frage „Was macht Dich wütend?“ aus einem Interview, das vor etwa 12 Jahren veröffentlicht wurde, gab: „Der Abbau des Rechts- und Sozialstaates.“
Weil trotz des ganzen Treibens des unruhigen Geistes, der in Manfred Pielmeier wohnt, wird man immer den gleichen Mensch finden, dem das Wohlsein seiner Mitmenschen sehr am Herzen liegt. Seine virulent engagierte Streitschrift, "Die Stunde Null. Eine Lüge.", ist ein weiterer Beweis dafür.
Radu Barbulescu