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★★★★★
☆☆☆☆☆
Wolfgang Hohlbein - „Die sieben Siegel der Macht“
Sarah - Bewertet am 09.07.2014
Zustand: Sehr gut
'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Das Kristallhirn ist noch immer gut versteckt in den Kellern der Templer, die schon seit geraumer Zeit versuchen es zu erforschen. Als es ihnen gelingt und ein geistiger Kontakt zu Stande kommt, müssen sie erkennen, dass manche Dinge lieber nicht erforscht… werden sollten, denn das Kristallhirn ist um einiges mächtiger. Das wird besonders deutlich, als sie den geistigen Kontakt abbrechen wollen und das Kristallhirn einfach explodiert. Bruder DeLaurec überlebt mit einer ständig blutenden Wunde und dem Ergebnis, dass er völlig den Verstand verloren hat. Zu seinem eigenen Schutz muss er weggesperrt werden. Währenddessen versucht Necron noch immer an die sieben Siegel der Macht zu kommen und dafür benötigt er aber genau dieses Kristallhin. In Gestalt von Robert Craven gelingt es ihm die Templer erfolgreich anzugreifen, und nicht nur DeLaurec zu befreien, sondern eben auch das Kristallhirn in seinen Besitz zu bringen. Der Schock, dass Craven mit Necron zusammenarbeitet, ist jedoch schnell vergessen, und die Templer holen zum Gegenschlag aus. Da der oberste Templer aber weiß, dass sie mit ihren Mitteln nicht weit kommen, wenn sie die Drachenburg angreifen, verkauft er die Seele eines anderen Mannes an den bösen Dämon Baphomet, der die Templer in rasende Monster verwandet. Zur selben Zeit macht sich der eigentliche Robert Craven auch auf zur Drachenburg, denn dort ist seine geliebte Pri gefangen, die er nur noch in seine Arme schließen und heiraten möchte. Die Rettungaktion klappt, wenn auch mit traurigen Verlusten. Was er nicht ahnt, ist die Tatsache, dass Pri nicht die ist, die er glaubt zu kennen, und in der Hochzeitsnacht ihr wahres Gesicht zeigt. Sie ist mit den Großen Alten verbündet und plötzlich wird Robert klar, dass das Ende der Welt näher ist, als er je für möglich gehalten hat.
'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Mit dem vierten Band der Hexer-Reihe ist dem Autor mit Sicherheit wieder ein Meisterwerk gelungen. Wie die Inhaltsangabe schon erahnen lässt, passiert auf den 905 Seiten eine Menge, und die Mehrzahl dürfte für Unterhaltung statt für Langeweile sorgen.
Obwohl ich keinen der vorherigen Bände in den Händen hielt und nur die Informationen des Klappentextes, sowie einiger anderer Meinungen zu den ersten drei Hexer-Abenteuern hatte, fand ich mich erstaunlich schnell in die düstere Welt des Hexers ein. Während ich anfänglich nicht nur von Burgen und Templern irritiert mit einem Roman in der Zeit des Mittelalters rechnete, wird schnell klar, dass Wolfgang Hohlbein auf das 19. Jahrhundert setzt. In dieser Zeit mit all ihren Erfindungen und Entdeckungen passt die Geschichte noch viel besser hinein.
Diese Umgebung, Schauplätze und Epoche wird durch den ausschmückenden und kreativen Stil des Autors so authentisch dargestellt, dass ich als Leser stets das Gefühl hatte, mitten im Geschehen zu sein. Das lag aber zum Teil auch an der Ich-Perspektive und einem guten Draht, den ich auch als Quereinsteiger sofort zu Robert, unserer Hauptfigur, fand. Besonders gelungen ist die Hilflosigkeit, die immer wieder eingeflochten wurde. Man merkt daran, dass der Autor sich vollends in die damalige Zeit versetzt hat, und wie schwer manche Situationen eigentlich im Vergleich zur heutigen Zeit sind.
Es sind aber nicht nur die Schilderungen, sondern vor allen Dingen die Spannung, die das Buch zu etwas Besonderem macht. Immer wieder kommen Wendungen, neue Charaktere und Überraschungen zum Vorschein, die für so manch spannenden Moment sorgen. Hinzukommen detaillierte und in meinen Augen recht brutale Kämpfe, die gigantisch geschildert wurden, und so manchem Leser den Atem stocken lassen. Natürlich kommt auch die Magie nicht zu kurz, und so trifft der Leser nicht nur auf Hexer und ihre Zauberei, sondern auch auf Drachenkrieger oder einen Dschinn. Das Böse wird oftmals so lebendig geschildert, dass sich jünger Leser mit Sicherheit fürchten werden oder sogar Albträume bekommen. Gerade durch die meist vorher entstanden Idylle, wirkt die Brutalität und der Horror, noch beängstigender. Man kann sagen: Dark Fantasy in seiner besten und reinsten Form.
Es ist eine Mischung, die es versteht sowohl Leser von Abenteuerromanen, als auch Fantasy zu fesseln. Auf den vielen Seiten gab es keine Minute, wo ich mich schlecht unterhalten gefühlt habe. Selbst die immer wieder aufkommenden Fragen, werden bis zur letzten Seite ausführlich aufgeklärt, sodass ich mich als Leser immer wieder gefragt habe, was denn bitte noch in den nächsten Bänden folgen soll!?
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Pro: Idee, Spannung, Einstieg für Quereinsteiger, Schilderungen des Bösen
Contra: nichts gefunden
Empfehlung: Ja
Sterne: 5