Jason Biggs, für seine Apfelkuchen-Sperenzchen in "American Pie" bekannt, ist schon aufgrund seines Auftretens abonniert auf klassisch-sympathische Verlierertypen. Nach "Boys, Girls & a Kiss", in dem er neben Freddie Prinze Jr. einen unpopulären Collegestudenten aus dem Mittleren Westen mimte, schlüpft er in Amy Heckerlings dritter Teenkomödie erneut in eine ähnliche Rolle. Heckerling, die mit den Highschoolkomödien "Ich glaub' ich steh im Wald" und "Clueless - Was sonst?" zweimal erfolgreich den Teenpuls der Zeit erfühlen konnte, widmet sich diesmal einer romantischen Coming-of-Age-Dramedy, die viel Herz und wenig vom derzeit gängigen grotesken Gagbombardement bietet, aber nicht auf ganzer Linie punkten kann.
Jugendliche Kinobesucher, die sich mehr tabubrechende Pubertätskalauer erhoffen, werden vom vorwiegend unschuldig-charmanten Ton der Story überrascht sein. Heckerling, die das Drehbuch verfasste, erzählt die Geschichte des gutmütig-naiven Paul (Biggs), der aus einem kleinen Kuhkaff nach New York City (tatsächlich wurde vorwiegend im kostengünstigen Kanada gefilmt) kommt, um dort zu studieren. Seine drei ebenso hippen wie hohlen Zimmergenossen haben das Landei alsgleich auf dem Kieker, so dass er das Studentenheim räumen und in ein Zimmer in einer Tierklinik ziehen muss. Mit seinen vierbeinigen Freunden versteht er sich ungleich besser. Das hält ihn jedoch nicht davon ab, sich in seinem Englischkurs in die süße Dora ("American Beauty"-Biest Mena Suvari) zu vergucken, die jedoch ein Verhältnis mit ihrem versnobbten Professor Alcott (Greg Kinnear hält den besten Oneliner des Films parat) hat. Ohne besondere Überraschungen wird die aufkeimende Liebe zwischen Paul und Dora mit Hindernissen torpediert, die es auf dem Weg zum Glück zu überwinden gilt. Als Highlight für Jugendliche wird ein Konzertauftritt der Gruppe Everclear eingebaut, die auch auf dem Modern-Rock-Soundtrack zu vernehmen sind. Mehrere Komiker, darunter Dan Aykroyd und David Spade, treten in kleinen Rollen auf. Hommage zollt Heckerling außerdem noch Romantikkomödien wie "Harry und Sally" und "Die Reifeprüfung", während der Haupteinfluss aber deutlich Billy Wilders "Das Appartment" ist, dessen Handlungsgerüst "Loser" nachbaut. ara.
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