Autorenporträt
Der Autor versteht es geschickt, Geschichte, Kulturgeschichte, Literatur und Sage miteinander zu verbinden. Er holt dabei weit aus. Dabei räumt er auch mit der sich hartnäckig haltenden Sage auf, daß die Häuschen des Alchimisten am Hofe Rudolfs II. als Wohnstätten und Laboratorien dienten, und stellt die alten Burgschützen als die tatsächlichen Bewohner vor. Selbst wer glaubt, das Gäßchen und seine Geschichte zu kennen, wird hier Neues finden, so gründlich hat der Autor recherchiert, und das Material zusammengetragen. Es war eine gute Idee, auch die wichtigsten Bauwerke im näheren Umkreis des Gäßchens und ihre Schicksale vorzustellen, so den Weißen und den Schwarzen Turm, die Daliborka und das Oberstburggrafenamt, über die es ja auch genug zu erzählen gibt.
Ein besonderer Vorzug des Büchleins ist die überdurchschnittlich gute, geschmackvolle Ausstattung mit Stichen und Bildern, alten und modernen Fotografien und vor allem originellen modernen Farbgrafiken, die dem heutigen bunten äußeren Bild des Gäßchens entsprechen.
Johanna Herzogenberg in der “Prager Volkszeitung“, am 26. November 1999
Das „Goldene Gäßchen“ auf dem Prager Hradschin dürfte tagsüber wohl das von Touristen meistbesuchte Gäßchen der Welt sein – die wenigsten seiner Besucher aber dürften eine Ahnung haben von seiner mehrhundertjährigen Geschichte und seinen früheren Bewohnern. Der Verleger Harald Salfellner stellt das Gäßchen, seine einzelnen Häuser und die zum Ensemble gehörenden Wehrtürme nun in einem gefälligen, reich bebilderten, handlichen kleinen Büchlein vor, von den ersten Anfängen im 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Selbst wer das Gäßchen schon öfters durchstreift hat, wird es nach Lektüre dieser Darstellung mit neuen, wissenden Augen sehen und einen ganz anderen, intimeren Bezug zu ihm bekommen.
„Nachrichten der Sudetendeutschen in Baden-Württemberg“, am 15. September 1999