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★★★★★
☆☆☆☆☆
Ein starkes Debüt – definitiv eines meiner Bücher des Jahres 2023
Michaela R. - Bewertet am 29.03.2023
Zustand: Exzellent
Erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassen, erhält Arielle einen Anruf. Ihre Großmutter ginge es nicht gut und es wäre hilfreich, wenn sie sich um die alte Frau kümmern würde. Tatsächlich kehrt Arielle also nach 12 Jahren erstmals in das Viertel ihrer Kindheit, Katernberg, und sogar in ihr… ehemaliges Kinderzimmer zurück. Zusammen mit dem gleichzeitigen Verschwinden zweier Mädchen zerrt diese Rückkehr vieles von Arielles Vergangenheit und auch ihres gegenwärtigen Lebens wieder ans Licht, was lieber für immer hätte verborgen und verscharrt bleiben sollen.
Es ist keine Wohlfühlgeschichte, die einen hier erwartet. Aber Lisa Roys klare und präzise Sprache hat mich gleich auf den ersten Seiten in den Plot gezogen. Die Hauptfigur Arielle gewinnt nach und nach an Sympathie, denn mit Humor und gleichzeitig unfassbarer Traurigkeit tauchen die Leser_innen ein in den Alltag prekärer Lebensverhältnisse. Die Charaktere wirken glaubwürdig und die Geschichte hat mich emotional total gefangen.
Für mich ist dieses Buch das erste auf der Liste „Neuentdeckungen 2023“. Ein kraftvolles Buch, mit Humor und viel Mitgefühl für seine Figuren.
Zudem noch eine wunderbar gelungene Buchgestaltung – tolles Cover und Lesebändchen, was fürs Bücherherz.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Kaputt
Tanja K. - Bewertet am 18.03.2023
Zustand: Exzellent
Eine gute Geschichte ist es tatsächlich nicht, will es gar nicht sein, kann es gar nicht sein, bei all den kaputten Menschen, die sie enthält.
Ein Stadtviertel wie eine Depression, dem Arielle geglaubt hat entkommen zu sein, und das ihr doch, genau wie die Depression, in ihr neues, eigentlich… perfekt seinsollendes Leben gefolgt ist.
Ein Stadtteil als Parallelwelt von verschwundenen Müttern, verschwundenen Mädchen, Armut, Chancenlosigkeit und Disfunktionalität, die von Generation zu Generation zu Generation immer weitergegeben werden.
Arielle ist keine sympathische Protagonistin, und es ist unangenehm und schmerzhaft, aus ihrer Perspektive zu erleben, sowohl die Depressionserfahrungen als auch die Rückkehr in ihre Vergangenheit, die genauso aussieht wie die Gegenwart.
Und doch gibt es in den Menschen, die sie wieder an sich heran lässt, Lichtblicke und Hoffnungsschimmer, zwei Worte, die zu dieser Welt kein bisschen passen, die aber doch, wie die bunten Buchstaben auf dem Cover, durch das Grau hindurchdringen.
Keine gute Geschichte, aber eine starke, knallharte, schmerzhaft ehrliche Geschichte, die man eigentlich nicht hören möchte, aber vor der man sich doch gefesselt nicht verschließen kann.