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★★★★★
☆☆☆☆☆
Portrait des Künstlers als junger Mann
Tanja K. - Bewertet am 01.05.2023
Zustand: Exzellent
Ein Kopfstehendes Coverbild und ein sehr simpler, direkter Titel verbinden schon all das, wie Schauspieler Samuel Finzi in seinem autobiographischen Roman sein Leben bis zur Ankunft 1989 in Berlin erzählt: klar und nüchtern erinnert, aber mit ganz eigenem, feinem, trockenem Humor.
In Erinnerungen… und Anekdoten erzählt er von seinem kindlichen Blick auf die Welt, von seiner jüdischen, zur kulturellen Elite gehörenden Familie, die im kommunistischen Bulgarien sowohl misstrauisch beäugt wird als auch gleichzeitig gewisse Privilegien genießt, vom Aufwachsen und Jugend im real existierenden Sozialismus, vom Militärdienst, vom Traum von Reisen in den Westen und frei zugänglicher Rockmusik, und selbstverständlich auch von seinem Weg zum Schauspiel.
Insgesamt gesehen hat mir am Ende irgendetwas gefehlt, etwas das Samuels Geschichte ein bisschen eine größere Bedeutung verliehen hätte. Doch das nimmt das Eingangszitat von Shakespeare direkt vorweg: "It is a tale told by an idiot, full of sound and fury, signifying nothing."
Eine sehr persönliche Zeitgeschichte, ein sehr spannendes Leben, sehr unterhaltsam und charismatisch erzählt, von einem Erzähler der sich selbst nicht unbedingt allzu ernst nimmt.
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☆☆☆☆☆
Einfallsreichtum, Mut und Abenteuer
Yvonne S. - Bewertet am 19.04.2023
Zustand: Exzellent
„Samuels Buch“ ist ein autobiografischer Roman von Samuel Finzi. Der bekannte Schauspieler erzählt auf feine humorvolle Art aus seiner Kindheit und Jugend im sozialistischen Bulgarien. Als Sohn eines berühmten Schauspielers und einer erfolgreichen Pianistin wurden ihm künstlerisches Talent und… Kreativität mit in die Wiege gelegt. Die Liebe zur Schauspielerei begleitete ihn schon als Kind und man ahnt schon beim Lesen, dass aus dem Jungen doch etwas werden muss - er kann ja nicht anders. Sehr gefallen hat mir, wie luftig und leicht die Familie in dem strengen und farblosen System des Sozialismus gelebt hat. Die Phantasie und Kreativität der Eltern, nicht nur bei der Wohnungseinrichtung oder beim Reisen, ist einfach unglaublich. Auch für die Schulbildung des Sohnes werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit Samuel die bestmögliche Ausbildung erhalten kann – und die bekommt er auch. Ganz schlimm fand ich die Zeit in der Armee und wie die jungen Soldaten dort gequält und schikaniert wurden. Samuel Finzi hat ein Talent dem mit einer Leichtigkeit entgegenzutreten, das einfach nur bewundernswert ist. Der Schreibstil des Autors ist locker und leicht, der Text liest sich angenehm fließend. Eine klare Kaufempfehlung für alle die Abenteuer, Mut und Einfallsreichtum mögen oder brauchen.