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★★★★★
☆☆☆☆☆
Explosiv und hochgradig fesselnd
Cindy L. - Bewertet am 22.12.2023
Zustand: Sehr gut
Das Cover spricht schon sehr an und macht den Betrachter neugierig. Mich zumindest hat es auf den Inhalt neugierig gemacht. Der Klappentext hat mir dann bestätigt, dass es sich nach einem sehr spannenden Krimi anhört.
Ich habe noch kein Buch des Autors gelesen und bin relativ erwartungslos an das… Buch herangegangen. Auch das Thema habe ich als solches noch nicht als Roman gelesen. Also war sozusagen ein tabula rasa Zustand bei mir zu verzeichnen :)
Dann habe ich angefangen zu lesen und ich muss sagen, dass mich die Geschichte und der Schreibstil des Autors von der ersten Seite an gecatcht haben... Der Schreibstil ist sowohl anspruchsvoll, aber nicht kompliziert. Die Geschichte ist natürlich komplex, aber nicht verworren oder undurchschaubar. Ich habe nie das Gefühl gehabt, der Handlung nicht mehr folgen zu können oder Zusammenhänge nicht zu verstehen. Ich bin wirklich begeistert, wie dieses sensible und doch sehr umfangreiche Thema in diesen spektakulären Roman gefasst werden konnte.
Ich lese solche Themen nicht oft, aber ich würde es an jeden weiter empfehlen, der sich für diese historische Zeit interessiert, oder einfach jedem, der ein hochgradig spannendes und gut recherchiertes Buch lesen möchte! 5 von 5 Sternen!
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Man vergisst, dass man ein Sachbuch liest
Tanja K. - Bewertet am 18.12.2023
Zustand: Sehr gut
Ben Macintyre liefert in diesem Buch, bei dem man über weite Strecken vergisst, dass man tatsächlich ein Sachbuch liest, die umfassend recherchierte, wahre Geschichte des Spions und Doppelagenten Oleg Gordijewski - mitten im Kalten Krieg, vor dem Hintergrund des Ostblocks und des Westens, und… zwischen deren sich gegenüberstehenden Geheimdiensten, vorrangig des KGB auf der einen Seite, MI6 und CIA auf der anderen. Geschichtliche Ereignisse aus dieser sonst geheimen Sicht zu betrachten, fand ich sehr augenöffnend.
Die Schachzüge der Geheimdienste, die Paranoia von Täuschungen, Erwartungen und Gegentäuschungen, und die verschiedenen Persönlichkeiten, die dieser Beruf anzieht (oder schafft?) sind wirklich faszinierend dargestellt.
Der Kontrast vom Risiko, der stetigen Bedrohung, entdeckt und enttarnt zu werden, und dem Alltagstrott des Spionierens war für mich sehr faszinierend: Geheimdienstarbeit ist, wenn alles gut geht, nicht dramatisch und actionreich, sondern vielmehr Papierkram, Termine und vorhersehbare Abläufe und Routinen.
Die Geschichte ist spannend zu lesen und sehr gut erzählt, so dass man den Täuschungen, Geheimnissen und doppelten Rollen gut folgen kann.
Lediglich bei den vielen Namen auf allen beteiligten Seiten bin ich nicht immer mitgekommen, wobei die Personen durch kurze Nebensätze und Einschübe immer noch einmal eingeordnet wurden. Gerade am Anfang sind mir allerdings ein paar Stellen aufgefallen, bei denen zwischen der englischen und deutschen Transkription der russischen Namen hin und her gesprungen wurde, was ungünstig für den Leser ist, wenn es sowieso schon so viele Personen gibt.
Die Geschichte des Kalten Krieges und die Akteure der Geheimdienste werden vor allem auch durch zeitgenössische Zitate oder Rückblicke sehr lebendig, und Ben Macintyre erzählt, merklich very british, mit einem guten Gespür für Dramaturgie, aber auch einem feinen Sinn für Humor, diese spannende Agentenbiografie, die das echte Leben geschrieben hat.