Nach seinem ersten Hollywood-Starvehikel "Romeo Must Die" erfragte Hongkong-Superstar Jet Li anhand einer Internetumfrage die Meinung seiner eingefleischten Fans. Die รผberwรคltigende Mehrheit forderte eine Rรผckkehr zu seinen furiosen Streetfighting-Klassikern wie "Fist Of Legend". Li nahm sich den Rat zu Herzen und wendet sich mit der franzรถsisch-amerikanischen Koproduktion aus dem Hause Luc Besson wieder seinen unverfรคlschten Wurzeln des blitzschnellen Knochenbrecher-Kampfsports zu, die Steven Seagal wie eine Schnecke in Zeitlupe aussehen lassen.
Die Story um einen chinesischen Cop, der nach Paris kommt um bei der Verhaftung eines asiatischen Drogenbosses behilflich zu sein und dabei des Mordes verdรคchtigt wird, geht auf das Konto von Li persรถnlich. Das Drehbuch wiederum verfassten Robert Mark Kamen ("Das fรผnfte Element") und Besson, der auch seinen langjรคhrigen Kameramann Thierry Arbogast an Bord brachte. Das Resultat ist ein dunkel-realistischer Deprolook, wie man ihn aus Bessons Filmen "Leon - Der Profi" und "Nikita" kennt. Die Hauptdarstellerin des US-Remakes des letzteren ("Codename:Nina"), Bridget Fonda, รผbernimmt hier die Rolle einer bedauernswerten Prostituierten, die von รber-Bรถsewicht Inspektor Richard (Tcheky Karyo - spielte den Mentor der Original-Nikita) unter Druck gesetzt wird. Dieser wird auch zum Erzfeind des von Li dargestellten Polizisten Liu Jian, da Richard ihm den von ihm selbst begangenen Mord des Drogenbosses in die Schuhe schieben will. Kurz nach der Tat kann Jian entkommen, doch erst muss er sich mit Richards unzรคhligen Schergen (halb Paris scheint mit dem sadistischen Killer-Kommissar unter einer Decke zu stecken) eine wahnwitzige Keilerei liefern. Li zeigt dabei seine Versiertheit, ร la Jackie Chan selbst trivialste Gegenstรคnde, z. B. eine Billiardkugel, in eine tรถdliche Waffe umzufunktionieren. Jian taucht bei seinem Kontakt Tai (Burt Kwouk aus den "Der rosarote Panther"-Filmen) unter, wo er die Bekanntschaft von Jessica macht, die sich zufรคllig genau vor der Haustรผr prostituiert. Er verspricht ihr, ihre von Richard gefangen gehaltene kleine Tochter zurรผckzubekommen. Alldieweil werden sie von Richard und seinen garstigen Gallierkriegern gejagt.
Fรผr die spektakulรคre Stuntchoreographie mit Hand- und Fuร(kante) wurde Hongkong-Regisseur Cory Yuen verpflichtet, und man wundert sich ein wenig, weshalb nicht ihm, sondern Werbe-Ass Chris Nahon die Inszenierung รผbergeben wurde. Li gebรคrdet sich unter Yuens Anleitung mit fliegenden Fรคusten und Fรผรen wie ein todesverachtender Martial-Arts-Matador, der im Alleingang ganze Legionen von Widersachern lahmlegt (eine hervorragende Szene, in der er eine Klasse von Kampfsportschรผlern ausschaltet, bestรคtigt Li als wรผrdigen Nachfolger von Bruce Lee). Beim Finale, das auf etliche furiose Konfrontationen wie auf einem Restaurantboot und in Tais Laden folgt, dringt Jian in Richards Polizeistation ein und schlรคgt sich mit zwei kaum zu รผberwรคltigenden teutonischen Kampfmaschinen herum, um schlieรlich seinem Widersacher Richard die im Titel angedeutete รคuรerst perfide Abreibung zukommen zu lassen. Der Gewaltquotient steigt dabei mit etlichen Genickbrรผchen an, was den Fans geradlinig-konventioneller Kampfsportaction gefallen dรผrfte. ara.