Paul Weilands Regiedebüt "City Slickers 2": Die goldenen Jungs" war eine schläfrige Kopie, der Nachfolger ist ein unterhaltsames Original. "Rosannas letzter Wille", neben dem Grab ihrer Tochter beerdigt zu werden, ist nicht ungewöhnlich, wohl aber der Weg, den Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Origineller, wenn auch nicht ganz tragfähiger Stoff für eine romantische Komödie, die mit Charme und guten Darstellern ihre Liebe zum Leben und zu Italien erklärt.
Saul Turteltaub, Drehbuch-Veteran zahlloser amerikanischer TV-Serien, entwickelte seine erste Spielfilmvorlage aus den Erfahrungen eines Urlaubs am Stiefel. Fasziniert vom Umgang seiner Gastgeber mit den banalen, aber auch fatalen Fragen des Lebens, schrieb er sich die Geschichte einer todkranken, aber ungebrochen lebenslustigen Frau von der Seele, deren letzter Wille ihren Mann vor größte Probleme stellt. Nur noch drei freie Gräber gibt es im Friedhof von Trivento, und eines davon erhofft sich Rosanna (Mercedes Ruehl), um auch im Tod in der Nähe ihrer verstorbenen Tochter bleiben zu können. Zentrales Dilemma für Ehemann Marcello (Jean Reno), denn da "Reservierungen" nicht erlaubt sind, dürfen allenfalls zwei Triventiner vor seiner Frau in den Himmel treten. So ergreift der Verzweifelte kuriose Präventivmaßnahmen, spendet Blut, betreut Kranke, regelt den Verkehr und beschlagnahmt Zigaretten. Doch der Tod konsumiert trotzdem gierig Leben. Zuerst erwischt es den alten Bruno, den Marcello in einer Tiefkühltruhe zwischenlagert, dann den Gangster Iaccoponi, der im Kofferraum seiner Geliebten entsorgt wird. Momente, in denen schwarzer Humor vergnügliche Kontraste zum ansonsten beschaulich-sentimentalen Ton bietet. Genüßlich zelebriert vom Regisseur, dessen britischer Stammbaum und diverse Inszenierungen von "Mr. Bean"-Episoden ihn für derlei makabere Störfälle prädestinieren. Sequenzen, die zu den witzigsten Passagen eines schrulligen Films zählen, der immer unter Druck steht, seinen tragischen Schwerpunkt durch Humor oder Romantik (Polly Walker als Rosannas verliebte Schwester) zu verlagern. Dabei entwickelt "Rosannas letzter Wille" beträchtlichen Charme, wenn auch mitunter das italienische Lokalkolorit zu bemüht erscheint. Die beiden sympathischen Stars allerdings wirken authentisch - sei es der schon in "Im Rausch der Tiefe" Stiefel-erfahrene Franzose Jean Reno oder die Amerikanerin Mercedes Ruehl, die nun nach "Die Mafiosi-Braut" und "Der König der Fischer" bereits das dritte Mal die perfekte Italienerin mimt. Ob die beiden Importe ihrem Film auch zu einem finanziell erfolgreichen Export verhelfen können, ist eine Frage, die wohl weniger vom großen romantischen Potential des Produkts als seinem Marketing entschieden werden wird. kob.
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