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Mit Kräuterschnaps und Gottvertrauen

Wolfgang Schreyer (Taschenbuch, Deutsch)

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Beschreibung
Wolfgang Schreyer 2004 im Nachwort zu diesem Buch: Dies ist eine alte, lange Geschichte, und ich bin beschämt, sie hier noch zu verlängern. Beim Wiederlesen nach all der Zeit hat mich der Text oft wehmütig gestimmt – wie es einem bei alten Sachen halt passiert; aber auch erstaunt, belustigt und geärgert. Begegnet man so dem früheren Ich, kann das schon mal befremden. Ein Nachtwort rettet da nichts, es macht bloß mildernde Umstände geltend, indem es sie nennt. Vor 53 Jahren kam ich nach Tangerhütte, eine Kleinstadt nahe Stendal, um die einzige Drogerie dort zu leiten. Aus dem geräumigen Laden mit seinen drei Angestellten hatte Carl Reinhardt – der legendäre, da schon verstorbene Chef – einen blühenden Produktionsbetrieb gemacht. Mit Schwung und Pfiff und gut 60 Beschäftigten warf er damals so Begehrtes wie Hautcreme, die ewige Jugend versprach, Liköre aus Fruchtsäften und sagenhaften Essenzen sowie ein sensationelles Pulver zur Schweinemast auf den Markt. Dies war der Clou! Das Mastwunder hieß „Steh auf“, es wurde auf den Dörfern zum Begriff, zum Zauberspruch; es hob den Fleischkonsum des Landes und hat die Firma Reinhardt noch um Jahrzehnte überlebt. Die Story fußt auf meinen Eindrücken in T., nach Kräften romanhaft verdichtet oder ausgeschmückt. Ich war gerade 24 – es war erst mein zweites Buch. Man lernt ja das Schreiben, indem man’s versucht; und zwar meistens ohne Blick auf die Folgen. Zum Beispiel die zivilrechtlichen. Wohl hatte ich sämtliche Namen geändert, nicht aber – um genau zu sein, also realistisch – das Sortiment. Dadurch erkennbar, wollte die Firma mich verklagen. Nur auf den Rat ihres Rechtsbeistands, der selber vorkam im Roman, sah die Firmenspitze davon ab. Ihre Weste war gleichfalls nicht ganz unbefleckt und das Vertrauen in die Justiz der DDR (selbst im milden Hauch nach dem 13. Juni 1953) seitens der Privatwirtschaft verständlicherweise eher gering. Trotzdem, das Buch kam über die Erstauflage, stolze 20.000 Stück, nie hinaus. Es starb an seinem Titel. Nach dem Protest eines empörten Christen – aus den Reihen der Ost-CDU – nahm der Verlag es gleich für immer aus dem Programm. Man nennt eben „Schnaps“ und „Gott“ nicht ungestraft in einem Atem. Auch hier wirkte ein politisches Motiv: Rücksichtnahme auf einen Blockpartner im „Neuen Kurs“ der Staatspartei. Übrigens lag es mir fern, Gott zu lästern. Ich war bloß naiv und kein Meister der Feder. Das Handwerk verlangt ja, laut Wladimir Nabokov („Lolita“), Tugenden wie das Schachspiel, als da sind: Originalität, Einfallsreichtum, Knappheit, Harmonie, Komplexität und erhabene Täuschung. Nichts davon bei mir. Mein Text ergab ein kleines Zeitbild, mit überzeichneten Figuren; durchweg ersetzten Karikaturen die Charaktere. Dabei wirkt das meiste ganz plausibel, weil es damals halt so war: von unternehmerischer Profitgier bis zur trägen Routine der Gewerkschaft. Nur meine Spottlust ging zu weit; die hat mir bis heute in T. nicht jeder verziehen. Als nämlich das Hauptamt des Bürgermeisters mich Anfang 2002 einlud, in der Stadt aus meinen Erinnerungen („Der zweite Mann“) zu lesen, da bat man mich, das 50 Jahre alte Buch und sein Entstehen nicht weiter zu erwähnen, um Zwischenfälle zu vermeiden: persönliche Gereiztheit habe die Zeit überdauert. Etliche der 30 späteren Bücher – allmählich glückten sie mir besser – sind ähnlich umstritten gewesen. Keines aber schöpft aus einem Jahr meines Lebens so frisch und unbekümmert, wie man es wohl nur in der Jugend schafft. Und immerhin, dabei war mir aufgegangen: Der Kampf zwischen Boss und Belegschaft endet nicht, solange es keine soziale Gerechtigkeit, dafür aber den Kapitalismus gibt. Nur zu gern streicht oder verlagert der um des Profits willen Arbeitsplätze und vertieft, im eigenen Haus wie im Ländervergleich der Welt, pausenlos die gefährliche Kluft zwischen arm und reich: ein fataler Systemfehler, der offenkundig irreparabel ist.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
09.01.2004
Sprache
Deutsch
EAN
9783899541076
Herausgeber
BS-Verlag-Rostock
Serien- oder Bandtitel
MV Taschenbuch
Sonderedition
Nein
Autor
Wolfgang Schreyer
Seitenanzahl
218
Einbandart
Taschenbuch
Buch Untertitel
Roman
Schlagwörter
Erinnerungen, DDR, Privatwirtschaft Tangermünde
Thema-Inhalt
FV - Historischer Roman
Höhe
190 mm
Breite
12.6 cm

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