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Beschreibung
'Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf.' So beginnt Haruki Murakamis Erzählung von einer Frau, die nachts kein Auge mehr zumacht. Aber es fühlt sich anders an als die quälende Schlaflosigkeit, die sie als Studentin erlebt hat: Jetzt ist sie auf zauberhafte Weise nicht mehr müde. 'Ich kann einfach nicht schlafen. Noch nicht einmal ein Nickerchen.' Spätabends, wenn ihr Mann und ihr Sohn im Bett liegen, beginnt sie ein zweites Leben, und die Nächte sind bei Weitem aufregender als ihre gleichförmigen Tage - aber auch gefährlicher. Die Illustratorin Kat Menschik hat den Zauber von Murakamis Erzählung in traumgleiche Bilder gebracht. Auch deshalb ist dieser durchgehend in Duotone (Nachtblau/Silber) gedruckte Band ein guter Grund, nachts wach zu bleiben.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
24.08.2009
Sprache
Deutsch
EAN
9783832195250
Herausgeber
DuMont Buchverlag
Sonderedition
Nein
Autor
Haruki Murakami
Seitenanzahl
80
Auflage
2
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Buch Untertitel
Erzählung
Übersetzt von
Nora Bierich
Autorenporträt
Haruki Murakami wurde 1949 in Kyoto, Japan geboren und wuchs in Kobe auf. Nach abgeschlossenem Studium verließ er 1975 die Waseda-Universität in Tokio, wo er anschließend sieben Jahre lang Eigentümer einer kleinen Jazz-Bar war. Sein erster Roman, "Hear the Wind sing" (1979), brachte ihm den Gunzou-Förderpreis ein. Zusammen mit "Pinball", 1973 (1980, beide wurden nur ins Englische übersetzt) und "Wilde Schafsjagd" (1982, dt. 1991), für den er mit dem Norma-Förderpreis ausgezeichnet wurde, bildet dieser Roman die sogenannte "Trilogie der Ratte". Zu Murakamis weiteren Veröffentlichungen zählen "Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt" (1984, dt. 1995), "Naokos Lächeln" (1987, dt. 2001), "Tanz mit dem Schafsmann" (1988, dt. 2002), "Gefährliche Geliebte" (1992, dt. 2000), "Der Elefant verschwindet" (1993, dt. 1995) und "Als ich eines Tages im April das 100%ige Mädchen sah" (dt. 1996). Von 1991 an lebten Murakami und seine Ehefrau vier Jahre lang in den USA, wo er in Princeton lehrte und den Roman "Mister Aufziehvogel" verfasste (1994-95, dt. 1998), für den er den Yomiuri-Literaturpreis erhielt. Nach dem Erdbeben von Hanshin und dem Gas-Attentat auf die Tokioter U-Bahn von 1995 kehrte Murakami nach Japan zurück, wo er zunächst Opfer des Attentats und schließlich auch Mitglieder der Aum-Shinrikyo-Sekte interviewte. Die Interviews erschienen in Japan in zwei Bänden; der zweite, "The Place that was promised" (1998), wurde mit dem Preis der Kuwabara Takeo-Akademie ausgezeichnet. Eine Auswahl aus beiden Büchern wurde 2002 als deutschsprachige Ausgabe unter dem Titel "Untergrundkrieg" veröffentlicht. Von Haruki Murakami erschienen seitdem "Sputnik Sweetheart" (1999, dt. 2002), "Nach dem Beben" (1997, dt. 2003), "Kafka am Strand" (2002, dt. 2004), die Kurzgeschichtensammlung "Blinde Weide, schlafende Frau" (dt. 2006), der Roman "Afterdark" (dt. 2005) und das Sachbuch "Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede" (dt. 2007). Zu den jüngsten Veröffentlichungen zählen "1Q84, Buch 1&2" (dt. 2010) und Buch 3 (dt. 2011) sowie die von Kat Menschik illustrierten Erzählungen "Schlaf", "Die Bäckereiüberfälle" und "Die unheimliche Bibliothek". Die Neuübersetzung von Murakamis literarischem Durchbruch "Gefährliche Geliebte" erschien 2013 unter dem neuen Titel "Südlich der Grenze, westlich der Sonne". Zu den Preisen, die Murakami in jüngerer Zeit erhielt, gehören der Frank O'Connor Internationale Kurzgeschichtenpreis (Irland, 2006) der Franz-Kafka-Preis (Tschechien, 2006) und der Asahi-Preis (Japan, 2006). Zudem hat Murakami Werke diverser amerikanischer Autoren ins Japanische übertragen, darunter Bücher von F. Scott Fitzgerald, Raymond Carver, John Irving und Raymond Chandler. Seine eigenen Werke wurden bislang in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Kat Menschik lebt als freie Illustratorin in Berlin und im Oderbruch. Ihre Zeichnungen erscheinen regelmäßig in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Für DuMont illustrierte sie Haruki Murakamis ›Schlaf‹ (2009) sowie ›Die Bäckereiüberfälle‹ (2012) und Ernst H. Gombrichs ›Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser‹ (2011). Der immerwährende Kalender ›Das Variable Kalendarium‹ erschien 2012. Nora Bierich, geboren 1958, hat Philosophie und Japanologie studiert und lebt in Berlin. Neben Haruki Murakami übersetzte sie aus dem Japanischen Werke des Philosophen Kôjin Karatani und von Kenzaburô Ôe.

Hersteller: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG, Amsterdamer Straße 192, Köln, Deutschland, 50735, herstellung@dumont.de

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4.6
Aus 5 Bewertungen zu Schlaf
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Sprachlich eindrucksvoll und atmosphärisch
Mona H. - Bewertet am 04.05.2026
Zustand: Exzellent
Das Cover spiegelt ein gepflegtes, gutbürgerliches, friedliches Haus wider. So, wie Margarets Familie. Denn genau das ist das Image, dass ihre Mutter stets versuchte zu übermitteln. Die ersten Kapitel geben einen Einblick in Margarets Kindheit, ihre Gefühle und Erlebnisse. Die Stimmung, die Honor Jones durch Sprache erzeugt ist unglaublich großartig. Wer nach einem "Heile-Welt-Buch" sucht, ist hier an der falschen Adresse, denn "Schlaf" zeigt eindrucksvoll, wie Familiendynamiken und Traumata sich über die Zeit entwickeln und manifestieren. Margarets Distanziertheit zu ihrer Familie wird nicht nur durch ihre Gedanken expliziert, sondern vor allem auch durch den Schreib- und Sprachstil von Honor Jones und der Übersetzerin Claudia Voit. Das Buch hat einige Längen, die zu der Idee an sich passen, man als Leser*in jedoch mögen muss.
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Ein leises Highlight
Kirsten R. - Bewertet am 20.04.2026
Zustand: Exzellent
Honor Jones gelingt mit „Schlaf“ ein leiser, eindringlicher Roman, der lange nachhallt. Im Zentrum steht das fragile Geflecht zwischen Mutter und Tochter – eine Beziehung, die zugleich Nähe verspricht und Distanz erzeugt. Es ist eine Geschichte über das Aufwachsen mit unausgesprochenen Spannungen, über Verletzungen, die nie offen benannt werden, und über die Frage, wie sehr uns unsere frühesten Bindungen formen. Besonders eindrucksvoll ist die Art, wie Jones innere Zustände sichtbar macht. Ihre Sprache ist klar und fein gearbeitet, zugleich von einer stillen, fast schwebenden Traurigkeit durchzogen. Sie schreibt so zugänglich, dass man mühelos in die Handlung eintaucht, fordert dabei aber immer wieder dazu auf, zwischen den Zeilen zu lesen und über das Gesagte hinauszudenken. Ein prägnanter Moment findet sich früh im Buch: „Sie fragte sich oft: Was war der Sinn ihres Daseins? Sie war zehn Jahre alt.“ (S. 28) Dieses Zitat bringt die existenzielle Schwere auf den Punkt, die wie ein leiser Unterton die gesamte Erzählung begleitet. Es zeigt, wie früh Zweifel und Unsicherheit in einem Kind wachsen können, wenn emotionale Orientierung fehlt. Der Roman stellt dabei eine unbequeme Frage: Was geschieht, wenn ausgerechnet die Person, die Sicherheit und Halt geben sollte, nicht erreichbar ist? Jones beschreibt eindringlich, wie sich daraus ein innerer Raum aus Sehnsucht, Enttäuschung und unausgesprochenen Vorwürfen entwickelt – Gefühle, die oft ein Leben lang nachwirken. Schlaf ist kein lautes Buch, sondern eines, das sich vorsichtig entfaltet. Gerade in dieser Zurückhaltung liegt seine Stärke. Es ist ein sensibles, klug beobachtetes Porträt familiärer Verbindungen – und der Spuren, die sie in uns hinterlassen.
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Dem Teufelskreis entkommen
Chicken r. - Bewertet am 19.04.2026
Zustand: Sehr gut
Der Roman „Schlaf“ von Honor Jones ist eine großartig tiefe Geschichte über die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Die Erzählung streckt sich von der Kindheit der Protagonistin Margaret bis hin zum Tod ihrer Mutter, zu jenem Zeitraum sie auch schon selber Kinder hat. Die Gestaltung spricht mich sehr an. Das Cover zeigt wahrscheinlich das Haus Margarets Kindheit, in welchem sie einige Traumata erlebt hat und daher viel Geschichte mit sich bringt. Generell spielt das Haus eine sehr relevante Rolle in dem Roman. Insbesondere das Spiel mit Licht und Schatten als Stilmittel ist mir aufgefallen. Auch der Brombeerstrauch, der direkt im ersten Kapitel beschrieben ist, ist abgebildet. Die Umsetzung des Themas betrachte ich als äußerst gelungen. Die behandelten Themen sind wirklich sehr tabuisiert und schwer zu besprechen. Es geht um Kindesmissbrauch, die Mutterrolle, Freundschaften und generell Geschlechterrollen. Auch durch die Wahl des zeitlichen Sprungs werden die Themen ausreichend behandelt. So kann man sehr gut eine Weiterentwicklung der Verhaltensweisen und das Aufbrechen von toxischen Erziehungsmitteln betrachtet werden. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht an irgendwelche Besonderheiten erinnern, was jedoch dafürspricht, dass es mich sehr abgeholt hat. Margaret als Protagonistin ist sehr authentisch. Man kann sehr gut mit ihr mitfühlen und empfindet sie als sehr sympathisch. Fehler, die sie macht, habe ich ihr sehr schnell verziehen. Auch die anderen Charaktere sind authentisch. Das Buch war sehr interessant für mich, da ich bisher noch nicht viele Geschichten über Kindesmissbrauch und die Perspektiven der Opfer gelesen habe. Ich denke, dass es sehr wichtig ist über solche Themen zu sprechen und sich dort hingehend zu sensibilisieren, damit man auch im eigenen Umfeld bei etwaigen ähnlichen Situationen schnell reagieren kann.
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Interessanter Mutter-Tochter-Roman
Miriam G. - Bewertet am 14.04.2026
Zustand: Exzellent
Schlaf von Honor Hones hat mir überraschend gut gefallen. Er ist eine angenehme Sommerlektüre – leicht zu lesen, aber mit einer subtilen Tiefe, die sich nach und nach entfaltet. Die Sprache ist unaufgeregt, meistens sauber, manchmal etwas seicht, doch genau diese Leichtigkeit hat mir die Geschichte schön zugänglich gemacht. Die Handlung ist etwas vorhersehbar, aber das hat der Atmosphäre keinen Abbruch getan. Viel mehr hat mich überzeugt, wie gut die Autorin Margarets innere Welt einfängt: ihr Kampf, ihrer eigenen Stimme Raum zu geben, während sie sich von der sterbenden Mutter verabschiedet. Die Mutter bleibt eine faszinierende, widersprüchliche Figur – streng und fürsorglich zugleich –, und ihre Beziehung zu Margaret fühlt sich durchdacht und glaubwürdig an. Man schwankt beim Lesen wirklich zwischen Mitgefühl und Frust, genau wie Margaret selbst. Besonders gefallen hat mich die kindliche Sommerstimmung in den Abschnitten von Margarets Kindheit – das Glitzern des Pools, die Hitze, das drückende Gefühl der elterlichen Räume. Diese Atmosphäre schafft eine wunderbare Gegenwelt zu den schweren Geheimnissen, die Margarets Kindheit geprägt haben Die Figuren bleiben mir im Gedächtnis, vor allem Margaret. Ihre Entwicklung – von Zurückhaltung zu eigener Stimme – wirkt glaubwürdig und ehrlich. Die Mutter bleibt ambivalent, was sie zu einer bleibenden, prägenden Figur macht, statt einer einstudierten Vorlage.
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Spannende familiäre Bindungen
Carina U. - Bewertet am 10.04.2026
Zustand: Exzellent
Honor Jones’ Schlaf eröffnet mit einer Rückkehr in das Elternhaus, in dem Margarets Mutter im Sterben liegt, und entfaltet ein vielschichtiges Porträt familiärer Bindungen und verschlossener Geheimnisse. Margaret begegnet Erinnerungen an eine Kindheit, geprägt von unbequemer Aufmerksamkeit und einer Mutter, die Kontrolle über Fürsorge ausübte und Selbstbehauptung verlangte. In diesem heißen Sommer stellt sie sich Momenten entgegen, die ihr Verhältnis zur Mutter formten, und erkennt die Komplexität des eigenen Glücks. Jones gelingt es, diese introspektive Reise mit poetischer Präzision und erzählerischer Kraft zu schildern. Schlaf erfüllt die Erwartungen an ein literarisches Werk, das zugleich berührt und nachklingt. Ich gebe diesem Buch fünf von fünf Sternen und werde es definitiv in meinem Freundeskreis empfehlen!
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