Alle Bewertungen, die wir veröffentlichen, wurden von echten rebuy Nutzer:innen geschrieben.
★★★★★
☆☆☆☆☆
Mogelpackung
Sabine W. - Bewertet am 12.06.2018
Zustand: Sehr gut
"Fake" ist hier dann wohl wirklich der richtige Titel. Leider hat mir dieses Buch gar nicht gefallen, obwohl mir die Leseprobe und der Klappentext richtig gut gefallen haben. Auch der Schreibstil an sich ist angenehm und schön detailliert, jedoch fiel es mir manchmal schwer den Faden nicht zu… verlieren und im Lesefluss zu bleiben. Den Untertitel "Was würdest du riskieren um die Welt zu retten?", finde ich ein bisschen fehl am Platz. Genau dieser Satz hat mich letztendlich dazu bewogen mich für dieses Buch zu bewerben - jedoch wird davon eigentlich nichts mehr erwähnt.
Mir persönlich war es doch ein bisschen zuviel Politik, obwohl ich aktuelles Zeitgeschehen und politisches Verständnis sehr wichtig finde. Jedoch hat mich die Story nicht so mitgerissen wie ich es erwartet hatte, daher nur 2 Sterne für das Buch.
Hat dir die Bewertung geholfen?
★★★★★
☆☆☆☆☆
Spannend und mitreißend
Stephanie p. - Bewertet am 05.06.2018
Zustand: Exzellent
Bei einem Drohnenangriff in Syrien werden nicht nur einige IS- Anhänger sondern auch eine amerikanische Geisel getötet. Da dieser Vorfall die Friedensverhandlungen mit dem Nahen Osten gefährdet, wird Pete Town beauftragt, den Tod der Geisel zu vertuschen. Während Pete bemüht ist seine Aufgabe zu… erledigen gerät er allerdings ins Visier eines skrupellosen Feindes. Dabei gerät nicht nur er selbst in große Lebensgefahr.
James Rayburn konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln und mitreißen. Sein Schreibstil ist sehr flüssig und fesselnd. Der Autor kann schnell Spannung aufbauen und diese bis zum Ende aufrecht erhalten. Im Buch finden sich zahlreiche unerwartete Wendungen, welche die Handlung besonders mitreißend machen. James Rayburn schafft es unnötige Längen und Wiederholungen gänzlich zu vermeiden.
Das Buch ist in mehrere Teile und viele Unterkapitel gegliedert. Dadurch lässt sich das Buch schnell und flüssig lesen. Allerdings kommt es mit den unterschiedlichen Kapiteln immer wieder zu Wechseln der einzelnen Protagonisten und auch zu zeitlichen Sprüngen. Da dies zu Beginn des jeweiligen Kapitels nicht angekündigt wird hatte ich beim Lesen hin und wieder Probleme. Ich konnte zum Teil schwer einordnen, um wen es geht, beziehungsweise zu welcher Zeit das jeweilige Kapitel spielt. Dadurch wurde mein Lesefluss immer wieder beeinträchtigt.
Die einzelnen Protagonisten sind authentisch und zum Teil sehr vielschichtig. Als Leser kann man sich schnell ein Bild machen und Sympathie oder Antipathie entwickeln. Besonders gelungen finde ich, dass man auch etwas zum Privatleben und der Vergangenheit der wichtigsten Charaktere erfährt. Dadurch werden die Protagonisten und die Handlung besonders glaubwürdig.
Anfangs hatte ich Bedenken, ob ein Thriller, der in einem derzeitigen Kriegsgebiet spielt, die schrecklichen Kriegsgeschehen verharmlost. Dies war allerdings nicht der Fall. Die Kriegsverbrechen waren oft und sehr anschaulich beschrieben, wodurch die Brutalität und Grausamkeit des Krieges deutlich hervorgehoben wurden. Das Buch ist dadurch zum Teil keine leichte Kost und regt zum Nachdenken an.
„Fake“ ist mein erstes Buch von James Rayburn. Es konnte mich sowohl mitreißen als auch begeistern. Aus diesem Grund werde ich auch in Zukunft gerne und gezielt zu Büchern des Autors greifen.
FAZIT:
„Fake“ ist ein fesselnder Thriller, der die Brutalität des Krieges in Syrien gelungen darstellt. Da ich von den wechselnden Protagonisten und Zeitsprüngen zum Teil etwas verwirrt war, vergebe ich 4 Sterne!
Hat dir die Bewertung geholfen?
★★★★★
☆☆☆☆☆
Spiel mit der Wahrheit
Anne H. - Bewertet am 05.06.2018
Zustand: Exzellent
Catherine Finch ist als Ärztin nach Syrien gegangen, um zu helfen, doch sie wurde vom IS als Geisel genommen. Während ihrer Gefangenschaft werden ab einem bestimmten Zeitpunkt YouTube-Videos mit ihr veröffentlicht, die nicht unumstritten sind. Vielen positioniert sie sich nicht klar genug, denn… fraglich ist vor allem, wird sie wirklich nur instrumentalisiert oder nimmt sie mittlerweile eine andere Position ein. Es besteht ein öffentliches und politisches Interesse an ihr. Dies führt bei ihrem Mann zu einer zweifelhaften Berühmtheit und einem aus den Fugen geratenen Lebenswandel. Als ein Drohnenangriff das Haus zerstört, in dem sich Finch mit einigen IS-Größen aufhielt, stehen plötzlich Politik und Geheimdienste unter Druck. Der amerikanische Präsident verfolgt in seinem letzten Amtsjahr einen prestigegeschuldeten Plan: Frieden im Nahen Osten. Utopisch, wie bei fast allen vorherigen Versuchen seiner Vorgänger, doch die Gelegenheit, dass der mächtigste Mann der Welt als Friedensstifter die politische Bühne verlässt und absolut unmöglich, wenn klar wird, dass eine amerikanische Bürgerin bei einem Drohnenangriff getötet wurde. Catherine Finch muss für die Öffentlichkeit am Leben bleiben. Ihr Mann muss mitspielen, doch der ist mitunter unberechenbar. In jedem Winkel der Welt gibt es Menschen, die Wahrheit neu schaffen, und wenige, die die Wahrheit kennen, diejenigen, die Geld bezahlen für das eine oder das andere und jene, die es nehmen. Der eigentlich längst in den Ruhestand getretene CIA-Agent Pete Town wird noch einmal reaktiviert, um in diesem Spiel die Fäden möglichst lange in der Hand zu halten. Doch nicht alle Marionetten sind leicht lenkbar. Und manchmal werden selbst die überrascht, die die Fäden in der Hand zu halten glauben.
Fake thematisiert die aktuelle Problematik der „alternativen Wahrheiten“. Mittlerweile liefert uns die Medienlandschaft allgegenwärtige Information, schnelle Nachrichten aus jedem Winkel der Welt – vielleicht. Widerstreitende Interessen und technische Möglichkeiten bergen Gefahren der Manipulation, die weit jenseits der Mondlande-Verschwörungs-Theorie früherer Jahrzehnte spielt.
Dem Thema geschuldet, gibt es viele Protagonisten, und wer was warum will und für wen arbeitet und welche Ziele verfolgt werden ist manchmal ein wenig verworren, aber in diesem Fall auch nicht so, dass man einen Knoten im Kopf bekommt. Ich fand einen Gedanken von Pete Town ganz interessant, der sich mit seinem ehemaligen Gegenspieler über die Vergangenheit unterhält. Im kalten Krieg war es oft einfacher, die Fronten waren klar. Heute sind die Verstrickungen viel tiefgehender, die Interessen und Einflussbereiche wechselnd und die Zahl der Beteiligten variiert und wächst – genauso geht es auch mit den Romanen dieses Genres, die Weltpolitik hat den klassischen Agententhriller durch einen vielschichtigen, komplizierten Roman, in dem Geheimdienste ganz andere Aufgaben, Ziele und Verbündete suchen und erledigen, ersetzt.
Für mich war es insgesamt kein Thriller, der mich pausenlos in Atem gehalten hat, aber das tun Spionage-/Geheimdienst-Plots eigentlich in den seltensten Fällen. Am spannendsten sind für mich oft die menschlichen Abgründe, die Kaltherzigkeit, mit der Menschen einer Sache geopfert werden und die beispiellose Brutalität, der kalte Pragmatismus, die zur Zielerreichung eingesetzt werden. Davon bietet der Roman viel und hat mich daher auch gut unterhalten. Als Person taugt eigentlich nur Kirby zur positiven Identifikation für den Leser, alle anderen waren für mich persönlich zu weit von meiner Lebenswelt, meinen Werten entfernt, doch im Roman glaubwürdige Spieler auf ihren jeweiligen Positionen.
Fake ist kein zweiter Band zu Rayburns Roman „Sie werden dich finden“, spielt aber im gleichen Universum, so tritt beispielsweise der mächtige Mann im Hintergrund, der Klempner, auch hier auf, wobei Fake mir deutlich besser gefallen hat und von mir eine klare Leseempfehlung erhält.
Hat dir die Bewertung geholfen?
★★★★★
☆☆☆☆☆
Brutaler Thriller, der gut zum aktuellen politischen Klima passt
Annegret H. - Bewertet am 02.06.2018
Zustand: Exzellent
"Fake" spielt geschickt mit politischen Ambitionen, der Manipulierbarkeit der Medien, übertriebener Sensationsgier, internationalen Verschwörungen und skrupelloser Selbstüberschätzung. Die US-amerikanische Ärztin Catherine Finch, in Syrien vom IS entführt, wird zum Spielball unterschiedlicher… Männer, die alle auf Catherines Kosten ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen. Da zunächst die vielen verschiedenen Charaktere mit ihren teils sehr unterschiedlichen Ambitionen vorgestellt werden, fand ich den Anfang etwas ermüdend. Dabei sind die Widersacher auch noch echte Klischee-Bösewichte, die durch und durch schlecht sind. Die Protagonisten, die angeblich aus Sympathie für den Friedensprozess handeln, sind hier deutlich komplexer gestaltet, da keiner wirklich gut oder uneigennützig denkt.
Erst später nach der Vorstellung aller Charaktere baut sich echte Spannung auf, die James Rayburn durch einige überraschende Wendungen aufrechthält. Der Autor nutzt eine ausdrucksstarke Sprache und einen anschaulichen Schreibstil, sodass man gedanklich sofort mit ihm in die USA, nach Syrien, Jordanien und Indonsesien reist. Allerdings wirken dadurch auch die Gewalt- und Kampfszenen sehr plastisch und äußerst brutal, was mir manchmal etwas zu viel wurde. Auch die immer wieder verwendeten Schachtelsätze mit ihren oft überflüssigen oder umständlich eingebauten Einschüben stören den Lesefluss ein bisschen.