Können Videospieladaptionen funktionieren? Nach Flops wie "Super Mario Bros.", "Double Dragon" und dem hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Van-Damme-Actioner "Streetfighter" versucht nun die durchgestylte Martial-Arts/Fantasy-Extravaganz "Mortal Kombat" den positiven Beweis anzutreten. Bemüht, aus den Fehlern seiner Vorgänger zu lernen, hat die New-Line-Produktion den vorgegebenen, limitierten Rahmen weitgehend optimal ausgeschöpft. Das Ergebnis erinnert an den Bruce-Lee-Genreklassiker "Der Mann mit der Todeskralle" mit bombastisch-beeindruckenden Spezialeffekten von Allison Savitch, deren Credits immerhin "Terminator 2" und "Bram Stokers Dracula" umfassen. Als Produzent fungierte der renommierte Actionspezialist Larry Kasanoff ("Terminator 2", "True Lies"), der für die Regie den Hollywood-Neuling Paul Anderson hinzuzog. Wie Danny Cannon, dessen "Judge Dredd" gerade auf die deutschen Leinwände explodiert, gehört der Twen Anderson ("Shopping") zu einer neuen Riege junger britischer Regisseure, die derzeit in Hollywood für Furore sorgen. Auf große Stars wurde verzichtet, abgesehen vom in letzter Zeit an der Kinokasse etwas unglücklich agierenden "Highlander" Christopher Lambert, der als weißhaariger, lakonischer Donnergott Raydon ungeahntes Komikertalent offenbart. Im Gegensatz zum schußwaffenschwingenden "Streetfighter" wurde bei "Mortal Kombat" das Augenmerk auf die hyperenergetischen Kampfszenen gelegt, die von Martial Arts-Institution Pat Johnson spektakulär choreographiert wurden. Mit einem aufpeitschendem Soundtrack, der Techno-Rhythmen und buddhistische Mönchschoräle vermischt, wird der ohnehin hohe Adrenalinspiegel noch zusätzlich in die Höhe getrieben. Der teuflische Magier Shang Tsung (Cary-Hiroyuki Tagawa gibt einen vorzüglichen Schurken ab) ruft auf seiner mystisch-gothischen Insel zum Kampfsport-Turnier, dessen Ausgang über die Weltherrschaft entscheidet. Drei Erdlinge in Gestalt von Schauspieler Johnny Cage (Linden Ashby aus "Wyatt Earp"), Polizistin Sonya Blade (Bridgette Wilson - Schwarzeneggers Filmtochter in "Last Action Hero") und Karatekünstler Liu Kang (Hongkong-Actionfilm-Veteran Robin Shou) treten an, um gegen übersinnliche Fighter wie den Scorpion, Sub-Zero oder Goro - Prince of Pain - zu kämpfen. Die schauerlichen Gestalten und skurrilen Bauten entführen in eine mystisch- magische Welt, wobei das dynamische Dreigespann als symphatischer Identifikationsanker dient. Als Shang Tsung schließlich selbst in den Ring steigt, kommt es zum atemberaubenden Showdown mit Liu Shang. Trotz mangelnder Starbesetzung, wobei jedoch gerade die beiden asiatischen Protagonisten eine starke Performance liefern, sollte dieser ansprechende Mix aus Martial Arts, Mystik und SciFi das Videogame-fanatische Publikum in seinen Bann ziehen, da es diese Adaption als erste Computerspiel-Verfilmung bislang versteht, dem Thrill des Spiels nahezukommen. ara.
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