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Der Umwelt zuliebe
Beschreibung
Wie die anderen Vertreter der aktuellen Schwemme gefühlsbetonter Frauenfreundschaftsfilme schlägt die amüsant-nachdenkliche Coming of Age-Story "Now and Then" zwar eine melancholische Note an, verzichtet jedoch auf erdrückenden Sentimentalitätsballast. Es ist der erste Film von Demi Moores Produktionsfirma "Moving Pictures" und zugleich das hübsche Debüt von Regisseurin Lesli Linka Clatter. Basierend auf dem semiautobiographischen Drehbuch von I. Marlene King erzählt "Now and Then" die Geschichte vier junger Freundinnen im Sommer 1970, die sich nun Jahre später wieder in ihrem Heimatstädtchen zusammenfinden und über die Vergangenheit reflektieren. Im kurzen Prolog und Epilog des Films sind Demi Moore als desillusionierte Autorin Samantha, Melanie Griffith als flippiger Filmstar Teeny, Rosie O'Donnell als resolute Gynäkologin Roberta und Rita Wilson als prüde Hausfrau Chrissie zu sehen. Ihre zwölfjährigen Counterparts werden von Gaby Hoffman ("Schlaflos in Seattle"), Thora Birch ("Stunde der Patrioten"), Christina Ricci ("Casper") und Neuentdeckung Ashleigh Aston Moore (keine Verwandte Demis) dargestellt. Von den Filmemachern als "Stand By Me" mit weiblichen Charakteren charakterisiert, konzentriert sich der Plot auf die familiären Probleme der Protagonistinnen. Ein mysteriöser Mordfall dient als Aufhänger, ihren bis dato recht limitierten Horizont zu erweitern: Bei ihren Nachforschungen über den mysteriösen Tod eines Jungen im Jahr 1945 stellen sie fest, daß er ermordet wurde, können den genauen Hergang aber zunächst nicht rekonstruieren. Derweil versucht Samantha die bevorstehende Scheidung ihrer Eltern geheimzuhalten, während Roberta über den Unfalltod ihrer Mutter nicht hinwegkommt und Teeny von ihren gutsituierten Eltern schlichtweg ignoriert wird. Zu den sommerlichen Freizeitaktivitäten der Freundinnen, die mit einem zeitgemäßen Gute-Laune-Soundtrack von goldenen Soul- und Pop- Oldies unterlegt wurden, zählen neben ihren Detektivambitionen Baseballspielen, der Kauf eines Baumhauses und nicht zuletzt Rangeleien mit den Nachbarjungs und erstes aufkeimendes Interesse am anderen Geschlecht. Regisseurin Clatter holte fabelhafte Leistungen aus ihrem jugendlichen Schauspielerensemble heraus, vernachläßigte jedoch einige chronologische Abläufe. Da es sich dabei um übersehbare Kleinigkeiten handelt, bleibt die Freude an diesem netten, einfühlsam realisierten Nostalgie-Trip allerdings weitgehend ungetrübt. ara.