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★★★★★
☆☆☆☆☆
Daphne, wunderbar!
Steffi D. - Bewertet am 17.11.2024
Zustand: Exzellent
The Freedom Clause von Hannah Sloane (pola-Verlag) aus dem Englischen übersetzt von Verena Ludorff
Der Countdown beginnt. Dreizehn. Zwölf. Elf.
„Lassen wir es einfach!“, ruft er über den Lärm hinweg und greift nach ihrer Hand. Zehn! Neun! Acht!
„Aber warum?“, ruft sie zurück. Sie sieht verwirrt aus.… Sieben! Sechs! Fünf!
„Weil es dir nicht gefällt! Lass es uns einfach vergessen.“
Vier! Drei! Zwei!
„Wie kommst du darauf, dass es mir nicht gefällt?“
Eins! Frohes! Neues! Jahr!
Sie sind umgeben von den vertrauten Gesichtern ihrer Freundinnen und Freunde, die lachen und trinken, sich umarmen und tanzen. Alle, die hier in diesem kleinen Wohnzimmer zusammengepfercht sind, wirken ausgelassen und glücklich. Außer Madonna und Prince. Domenic starrt Daphne erstaunt an, sein Körper starr vor Angst. Sie starrt mit erhobenem Kinn zurück.
Oh scheiße, denkt er. Es gefällt ihr.
S. 117
Ein Schlüsselmoment! Nur eine Nacht im Jahr... und keine Fragen! Diese Idee, die von Domenic, Daphnes Mann angeregt wird, um ihre Beziehung interessanter und anregender zu machen, birgt für beide Seiten Gefahren und Möglichkeiten. Daphne ist skeptisch und stimmt widerwillig in diese Vereinbarung ein. Vereinbarte, feste Regeln bilden dabei die Rahmenbedingungen. Mit den Erfahrungen, die Daphne macht, streift sie nach und nach ihre bisherige Hülle ab. Sie lernt ihre Bedürfnisse zu formulieren und reift zu einer emanzipierten Frau. Die Fehltritte, die Domenic während der Laufzeit ihrer Vereinbahrung begeht, helfen Daphne die Augen zu öffnen. Sie definiert ihre Werte. Das schafft Selbstvertrauen und ebnet ihren Erfolg auf ihren weiteren Lebensweg.
Alte und neue Freunde begleiten sie dabei. Gespräche regen zum Nachdenken an. Wie im Klappentext beschrieben spielen Sex und die Empfindungen dieser jungen Frau sowie deren Bezug zu ihrem Körper hierbei eine große Rolle.
Hannah Sloanes Schreibstil ist angenehm, aufgeweckt und direkt, weder plumb noch anzüglich. Die Autorin schreibt von der sexuellen Befreiung und der weiblichen Lust. Sie gibt Daphne eine Stimme in ihrem anonymen Blog. Dort traut sie sich ihre Erfahrungen zu teilen. Sie koppelt diese an passende Rezepte. Das lockert die Situation auf und ist eine willkommene Abwechslung innerhalb der Geschichte.
Domenic kommt bei alldem nicht ganz so gut weg. Damit hatte ich kein Problem und fand seine Entwicklung passend innerhalb der Story.
Fazit: Angesprochen durch das auffallende Cover habe ich mich auf die Geschichte von Daphne und Domenic eingelassen. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Zeilen lesen sich flott weg und ich konnte das Buch nur schlecht beseitelegen. Die Autorin erzählt eine moderne Familiengeschichte. Alltag, Probleme, Freundshaft, Gespräche und Geheimnisse kommen nicht zu kurz. Mir hat der Roman ausgesprochen gut gefallen! Ein wunderbares Buch und ein Highlight aus dem neuen pola-Verlag der Bastei Lübbe AG!
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☆☆☆☆☆
Jahreshighlight!
Angelique P. - Bewertet am 14.11.2024
Zustand: Sehr gut
Das Buch behandelt ein Thema, dass noch immer tabuisiert wird und hat mich dadurch umso mehr angesprochen. Das Konzept einer offenen Ehe, gerade so wie Daphne und Dominic, die beiden Protagonisten, es für sich definieren ist sehr interessant und hat bis zum Ende des Buches einiges an Spannung… bereitgehalten. Der Schreibstil von Hannah Sloane hat ebenfalls dazu beigetragen, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.
Die wechselnden Sichten von Daphne und Dominic waren sehr aufschlussreich, um die Handlungen von den Beiden nachvollziehen zu können und meiner Meinung nach, hat die Dual-POV dazu beigetragen, dass das Buch so gut funktioniert. Es war sehr unterhaltsam und auch lehrreich die Beiden über die Jahre hinweg zu begleiten und dabei zusein, wie sie erwachsen werden, ihren Weg gehen und ihren Platz finden oder eben nicht. Ich habe mich gut in die Protagonisten hineinversetzen können und habe auch einiges für mich aus dem Buch mitnehmen können. Ich bin sehr froh es gelesen zu haben, auch wenn das Cover zunächst etwas gewöhnungsbedürftig war.
Dieses Buch beschreibt auf sehr realitätsnahe Art und Weise, dass selbst wenn alles perfekt scheint, es das meistens nicht ist und es lehrt, dass es nie zu spät ist, noch einmal neu anzufangen. Und es ist ebenfalls nie zu spät, sich selbst zu entdecken!