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Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens

Gabriele Reuter (Gebundene Ausgabe, Deutsch)

4.0 Sterne
aus 1 Produktbewertung
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Beschreibung
Effi Briests vergessene Schwester Die junge, verträumte Agathe wächst in einem großbürgerlichen Haushalt auf und möchte eigentlich alles richtig machen. Doch immer wieder eckt sie in der konservativen Gesellschaft des jungen Kaiserreichs an, weder ihre jugendliche Sehnsucht nach Freiheit und Selbstentfaltung noch ihr Wunsch nach Liebe erfüllen sich. Als ihr Bruder ihre Mitgift verspielt, steht ihr nicht einmal mehr eine Vernunftehe offen. Agathe verzweifelt und wird in eine Heilanstalt eingewiesen. Gabriele Reuter wurde mit dem Roman schlagartig berühmt und dieser zu einem Bestseller. »Ein bekannter ›Frauenrechtler‹ soll, so las ich, geäußert haben, wenn er Kultusminister wäre, so würde er dieses Buch in Hunderttausenden von Exemplaren drucken und verteilen lassen. Er täte ungemein wohl daran.« Thomas Mann
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
19.07.2024
Sprache
Deutsch
EAN
9783150114964
Herausgeber
Reclam, Philipp
Sonderedition
Nein
Autor
Gabriele Reuter
Seitenanzahl
270
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Einbandart Details
mit Lesebändchen
Buch Untertitel
Roman | Reclams Klassikerinnen

Hersteller: Reclam Philipp Jun., Siemensstr. 32, Ditzingen, Deutschland, info@reclam.de, Philipp Reclam jun. Verlag GmbH

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4.0
Aus 1 Bewertungen zu Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens
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Ein wiederentdeckter feministischer Klassiker des 19. Jh.
Mirjan S. - Bewertet am 27.07.2024
Zustand: Exzellent
Gabriele Reuters Debütroman "Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens" schildert das Leben der jungen Agathe, die in einer großbürgerlichen Familie aufwächst und an den gesellschaftlichen Erwartungen und Zwängen des Kaiserreichs zerbricht. Gabriele Reuter, 1859 in Alexandria geboren und zu Lebzeiten eine bedeutende deutsche Schriftstellerin, erlangte mit diesem Roman schlagartig Berühmtheit. Ihre Werke setzten sich kritisch mit dem Rollenverständnis der Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft auseinander. Um was geht es? Agathe wächst in einem wohlhabenden, aber konservativen Haushalt auf. Ihre Sehnsucht nach Freiheit und Selbstentfaltung kollidiert ständig mit den Erwartungen der Gesellschaft. Nachdem ihr Bruder ihre Mitgift verspielt, bleibt ihr selbst eine Vernunftehe verwehrt. Verzweifelt und ohne Perspektive wird Agathe schließlich in eine Heilanstalt eingewiesen. Mein Eindruck Der Reclam Verlag hat diesen vergessenen Klassiker wieder ans Licht gebracht, und es ist beeindruckend, wie Gabriele Reuter schon 1895 mutig die gesellschaftlichen Zwänge und die Unterdrückung der Frauen thematisierte. Der Roman bietet einen tiefen Einblick in die damaligen Lebensumstände und zeigt auf, wie sich die Stellung der Frau seitdem verändert hat – auch wenn es noch immer Raum für Verbesserungen gibt. Der Einstieg in das Buch fiel mir zunächst schwer. Ich musste mich erst an die Sprache der Zeit und Agathes rührselige Gedanken sowie ihr devotes Verhalten gewöhnen. Die Figuren, insbesondere die Protagonistin, sind jedoch sehr detailliert und sorgfältig charakterisiert. Besonders Agathes Innenleben wird eindrucksvoll dargestellt, was aus meiner Sicht eine große Stärke des Romans ist. Das Nachwort von Tobias Schwartz enthält viele zusätzliche Informationen über Gabriele Reuter und das Leben im späten 19. Jahrhundert, die ich äußerst interessant und aufschlussreich fand. Der Schreibstil ist für heutige Leser:innen vielleicht etwas ungewohnt, aber dennoch sehr fesselnd. Die dramatische und packende Erzählweise zog mich in ihren Bann, trotz des schon recht aufschlussreichen Klappentextes. Obwohl ich keine enge Verbindung zu Agathe aufbauen konnte, beeindruckte mich die literarische Qualität der Autorin. Die Konflikte, die Agathe innerlich und äußerlich durchlebt, wurden eindringlich und realistisch geschildert. Fazit Insgesamt ist "Aus guter Familie" ein wichtiger Beitrag zur feministischen Literatur und ein zeitloses Werk, das auch heute noch relevante Fragen zu Geschlechterrollen, sozialem Druck und individueller Freiheit aufwirft. Trotz einiger Längen und Schwierigkeiten beim Einstieg hat mich der Roman berührt und zum Nachdenken angeregt. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.
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