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Beschreibung
Als Strategie zur Besserung der Wirtschaftslage verfolgt die Wirtschaftspolitik nicht ohne Erfolg das Ziel der Kostensenkung. Der Reallohn steigt langsamer als die Arbeitsproduktivität, der Flächentarifvertrag wird von einer Reihe von Ausnahmeregelungen unterlaufen. Die Besteuerung der Unternehmen sinkt ab. Die unzureichenden Einnahmen des Staates ziehen Ausgabenkürzungen nach sich. Der Maastrichter Stabilitätspakt, obwohl nach allgemeiner Übereinstimmung fällig für eine Revision, ist unverändert die Leitlinie der Fiskalpolitik. Die Senkung der Lohn- und Lohnnebenkosten und der Gewinnsteuern soll die Unternehmen zu mehr Nachfrage nach Arbeit veranlassen. Die Erfahrung allerdings zeigt, dass dieser neoklassische Ansatz falsch ist. Die Unternehmen stellen nicht mehr Leute ein, wenn die Arbeit billiger wird. Sie produzieren nur dann mehr und dehnen die Beschäftigung aus, wenn der Absatz für ihre Produkte gesichert ist. Die Kostensenkung, auch wenn sie die Lage einzelner Unternehmen kurzzeitig bessern sollte, beseitigt gesamtwirtschaftlich Nachfrage und ist damit Anlass, die Beschäftigung weiter zu senken. Es zeichnet sich eine Entwicklung ab, in der die Wachstumsraten in matten Konjunkturaufschwüngen die Marke von zwei Prozent nicht mehr überschreiten, um dann von langen Perioden eines Rückganges des Volkseinkommens abgelöst zu werden. Eine Spirale der Deflation ähnlich wie in den 1930er Jahren kann nicht mehr ausgeschlossen werden. Umdenken ist daher nötig. Hierbei muss die Wirtschaftswissenschaft nicht wie in den 1930er Jahren erst mühsam eine neue Theorie entwickeln, nachdem die Krise nie da gewesenes Massenelend verursacht hat: Sie kann jetzt vorausschauend ihren Beitrag dazu leisten, das Elend abzuwehren.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
01.05.2003
Sprache
Deutsch
EAN
9783899650198
Herausgeber
VSA
Sonderedition
Nein
Seitenanzahl
176
Einbandart
Taschenbuch
Autorenporträt
Hasso Düvel, geb. 1945, ist Bezirksleiter der IG Metall, Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen. Rudolf Hickel, geb. 1942, ist Professor für Finanzwissenschaft im Studiengang Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen und Mitglied der "Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik"; Arbeitsgebiete: Keynesianische Makroökonomik, Theorie und Politik der öffentlichen Sektors, Tarifsystem und Lohnpolitik, ökonomische Transformation Ostdeutschlands. Jörg Huffschmid, geb. 1940, ist Professor für Politische Ökonomie und Wirtschaftspolitik an der Universität Bremen und Mitglied der "Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik"; Arbeitsschwerpunkte: Finanzmärkte, europäische Integration, Wirtschaftspolitik. Holger Paetow, geb. 1946, war bis zu seinem Tod im März 2003 Dozent für Volkswirtschaftslehre an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. Ralf Ptak, geb. 1960, Facharbeiter und Betriebsrat im Maschinenbau, anschließend Studium der Volkswirtschaftslehre und der Sozialökonomie; seit April 2003 Promotion mit einer Arbeit zur Genese des deutschen Neoliberalismus und der Sozialen Markwirtschaft; zur Zeit Lehrbeauftragter an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik; Arbeitsgebiete: Wirtschaftspolitik, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, Ökonomische Theoriegeschichte. Jens Rannenberg, geb. 1963, nach mehrjähriger Tätigkeit als Ministerbüroleiter im Finanzministerium in Sachsen-Anhalt Wechsel in eine leitende Funktion in einer Bank, seit 2002/03 Geschäftsführer im produzierendem Gewerbe; Mitherausgeber des Jahrbuch Sachsen-Anhalt. Wolfgang Schöller, geb. 1943, ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik in Hamburg. Schwerpunkte: internationale Wirtschaftsprobleme und Entwicklungstheorie. Herbert Schui, geb. 1940, ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik; Arbeitsschwerpunkte: Makroökonomie, Theoriegeschichte. Jürgen Wolf, geb. 1942, Staatssekretär a.D., langjährige Schultätigkeit als Lehrer, 1994 bis 1995 Staatssekretär im Kultusministerium Sachsen-Anhalts, anschließend bis 1999 Geschäftsführer einer Kulturentwicklungsgesellschaft; Autor zahlreicher Schulbücher und diverser Beiträge zu Fragen der Wirtschaft und der Schulentwicklung/Kultuspolitik, Mitherausgeber des Jahrbuch Sachsen-Anhalt. Karl Georg Zinn, geb. 1939, ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen; Arbeitsschwerpunkte: Makroökonomie, Keynesianismus, Geschichte der Politischen Ökonomie, Internationale Wirtschaftsbeziehungen.
Schlagwörter
Keynes, Keynesianismus
Inhaltsverzeichnis
Herbert Schui Vorwort John Maynard Keynes Das Ende des Laissez-Faire Ideen zur Verbindung von Privat- und Gemeinwirtschaft Rudolf Hickel Die keynessche Botschaft: Wiederbelebung Gesamtwirtschaftlicher Analyse und Politik Karl Georg Zinn Welche Zukunft hat das Wirtschaftswachstum? Quantitative und qualitative Aspekte der Nachhaltigkeit Jörg Huffschmid Eurokeynesianismus als Alternative zum kontraproduktiven Policy-Mix in der EU Herbert Schui Zur Rolle des Geldes bei der Beseitigung weltweiter Wachstumsbarrieren Mit den Möglichkeiten des Kreditgeldes die Kapital- und Nachfragerestriktion beheben Ralf Ptak Soziale Marktwirtschaft und Keynesianismus Hasso Düvel Die Zeit ist reif Wolfgang Schoeller Globalisierung und Paradigmenwechsel in der Wirtschaftspolitik Jens Rannenberg / Jürgen Wolf Ostdeutschland, das Mezzogiorno Deutschlands Ein unumkehrbarer Prozess?
-.-
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