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☆☆☆☆☆
Illuminator statt Diminisher
Sabine G. - Bewertet am 18.05.2025
Zustand: Exzellent
Der NYT-Kolumnist David Brooks schreibt hier über die Macht der Aufmerksamkeit. Jeder Mensch möchte wirklich gesehen werden. Manche Menschen verfügen über die Fähigkeit, andere zum Strahlen zu bringen. Sie nennt Brooks Illuminatoren. Bei anderen ist das Gegenteil der Fall, sie nennt Brooks… Diminisher. Ein Illuminator zu werden, kann man trainieren und so echte Verbundenheit erfahren, so seine These.
Das praxisnahe Beispiel aus der Leseprobe, wie Brooks zufällig ein Date beobachtet, in der der Mann ausschließlich über sich selbst redet und Brooks sich wünscht, der Mann würde der Frau doch wenigstens eine einzige Frage stellen, hatte mich sehr angesprochen. Leider ging es so alltagstauglich nicht weiter.
Wie erreicht man Herzensbildung? Es gilt dabei, das Naheliegende genial zu meistern. In der Regel sehen wir die Dinge allerdings nicht so, wie sie sind, sondern wie wir sind.
Brooks liefert in drei Teilen eine Fülle von Geschichten, Anekdoten und von eigenen Erfahrungen und verliert sich ein wenig darin. Zumindest hat er mich und meine Aufmerksamkeit im letzten Teil teilweise verloren. Das lag zum einen daran, dass sich alles zwangsläufig an der amerikanischen Gesellschaft orientiert (Oprah Winfrey, George W. Bush...) Menschen, die in anderen Kulturen aufgewachsen sind, so schreibt Brooks selbst, haben eine andere Sicht auf die Welt. Und so lässt sich nicht alles unmittelbar übertragen. Zum anderen ging es für mich hier auch oft zu sehr um das Allgemeine, etwa um Themen wie Kulturkampf, in denen ich mich nicht wiederfinden konnte.
Ratlos wurde ich, als Brooks zum Ende hin schrieb:"Mittlerweile glauben Sie vermutlich, ich sei ein wahrer Sigmund Freud." Auf diese Idee wäre ich nicht gekommen. Die überschaubaren Anregungen wie die von Brooks so bezeichneten Loops kenne ich schon sehr lange als sog. kontrollierten Dialog. Ansonsten empfiehlt er Fragen zu stellen und Empathie zu zeigen. Dass man letztere trainieren kann, war mir tatsächlich neu. Aber werden Menschen mit geringer Empathie dieses Buch lesen?
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Über die Kunst, andere tief zu sehen
Victoria M. - Bewertet am 15.04.2025
Zustand: Exzellent
Ich bin absolut begeistert von diesem Buch! Ich finde das Thema außerordentlich spannend. Wir leben in unserer Gesellschaft viel zu oft nebeneinander her. Obwohl wir uns regelmäßig sehen und miteinander zu tun haben, kennen wir doch oftmals nur wenige allgemeine Fakten übereinander. Wir wissen… nicht, was andere beschäftigt und wie ihr wahres Ich aussieht. Dabei sind wir alle solch komplexe Wesen, die es sich lohnt, kennen zu lernen. Außerdem wollen wir doch alle gesehen werden, wie wir wirklich sind. Doch die meisten von uns laufen mit einer Maske durch das Leben.
Es gibt Menschen, die haben die Fähigkeit, andere tief zu sehen. Diese von David Brooks "Illuminatoren" genannten Personen, sind permanent neugierig über andere Personen und sind "für Stimmungen und Gedanken anderer Menschen empfänglich" (Seite 30). Diese Fähigkeit kann man erlernen und Brooks zeigt in seinem Buch, wie eine solche Lebensweise konkret aussieht.
Der Autor ist sehr nah an den Lesern dran und erzählt von zahlreichen Situationen aus seinem eigenen Leben, das gefällt mir sehr. Anhand dieser Beispiele erklärt er, wie man anderen Leuten begegnen sollte, wie man erreicht, dass sich sein Gegenüber gesehen fühlt und sich öffnet. Ich habe viele neue Erkenntnisse aus diesem Ratgeber mitnehmen können.